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Gänseblümchen frisst man nicht...

Heute habe ich mal einen Beitrag der anderen Art für euch.
Eigentlich wollte ich einen Beitrag zum Writing Friday von Elizzy von readbooks and fall in love
schreiben, aber irgendwie ist dann doch etwas völlig anderes dabei raus gekommen und das möchte ich euch definitiv nicht vorenthalten.
Bei Sandra hat es definitiv für einen Lachflash gesorgt.
Lest selbst.

Gänseblümchen frisst man nicht

Gut gelaunt hüpfte Anna in Richtung Park. An der Hand ihrer Mutter konnte sie es kaum erwarten, endlich wieder ihre Freundin Mia zu treffen. Die beiden Mädchen kannten sich aus dem Kindergarten und waren ein Herz und eine Seele.
Heute hatten sie sich mit Hilfe ihrer Mütter im Stadtpark verabredet. In dem kleinen Park, in dem es einen Spielplatz gab und eine Wiese, auf der viele Leute mit ihren Hunden waren.
Auch Anna und ihre Mutter hatten einen Hund dabei. Ihr kleiner Welpe Milo lief aufgeregt schnüffelnd vor ihnen her.
Noch nie war er im Park gewesen. Noch nie hatte er so viele neue Gerüche auf einmal wahrgenommen.
Im Park entdeckte Anna ihre Freundin sofort. Kurz sah sie zu ihrer Mutter hoch, bevor sie ihre Hand aus der, der ihr vertrauten Person löste und auf Mia zulief.
Aufgeregt winselnd folgte Milo ihr, wusste gar nicht, worauf er zuerst achten sollte. Hier ein neuer Baum, da ein neuer Busch.
Und andere Hunde. Anderen Hunden war er bislang nur in der Tierhandlung begegnet. Nie in freier Natur.
Nachdem Annas Mutter zu ihrer Tochter aufgeschlossen hatte, ließ sie auch Milo von der Leine. Sofort lief das kleine Fellknäuel zu Anna, bellte sie fröhlich an.
Kichernd wuschelte das Mädchen ihm durch das Fell, bevor sie sich wieder ihrer Freundin widmete.
Ein wenig enttäuscht ließ Milo den Kopf hängen. War er plötzlich gar nicht mehr so wichtig? Mit einem Schnauben ließ er sich etwas nach hinten auf die Hinterpfoten sinken, sprang jedoch direkt wieder hoch, als er ein gedämpftes “Hey!”; vernahm.
Sich einmal im Kreis drehend sah er sich um, konnte aber niemand entdecken. Zumindest niemand, der mit ihm redete.
“Hey du Fellwurst. Hier unten!”, hörte Milo schließlich erneut eine Stimme, die ihn leise fiepen ließ. War Fellwurst nicht sogar eine Beleidigung?
Und wer hatte ihn überhaupt so genannt.
“Nicht nur schwerfällig, sondern auch noch schwer von Begriff.”, vernahm er ein weiteres Mal diese Stimme. Diesmal eher als genervtes Stöhnen.
Jetzt endlich sah er das kleine Gänseblümchen, dass sich direkt unter ihm befand.
Seit wann konnten Gänseblümchen reden und warum verstand er etwas überhaupt? Konnte es ihn am Ende vielleicht sogar auch verstehen?
Kurz ließ er ein Bellen von sich hören, woraufhin das Gänseblümchen sich etwas nach hinten sinken ließ.
“Wofür war das denn jetzt? Falls das eine Entschuldigung sein soll, ist das eine verdammt schlechte. Ungehobelter Flegel!”
Fast hatte Milo das Gefühl, das Gänseblümchen plusterte sich etwas auf oder machte sich über ihn lustig.
Erneut bellte er die kleine Pflanze vor sich an, nicht nur einmal. Gleich zweimal oder dreimal. Solange, bis Anna ihn etwas weg zog.
“Milo! Lass das Gänseblümchen in Ruhe! Die tun dir nichts!”, Mit einem leichten Ziehen versuchte Anna ihren Hund von dem Blümchen wegzukriegen.
Milo dachte jedoch gar nicht daran, erst recht nicht, als er glaubte zu hören, wie ihn das Gänseblümchen auslachte.
Ihn. Es lachte ihn aus! Eine blöde Pflanze, die ihn auch noch als Fellwurst bezeichnet hatte. Er war doch keine Wurst!
Mit einem Knurren versuchte Milo etwas nach dem Gänseblümchen zu schnappen, fiepte jedoch sofort auf, als er diesmal den festeren Griff der älteren Frau spürte. Der Mutter Annas.
“Aus, Milo!”, fuhr sie ihn direkt an, woraufhin er den Kopf einzog. Als sie ihm die Leine anlegte und ihn mit sich zog, blieb ihm nichts anderes übrig, als ihr zu folgen. Schnaubend warf er einen Blick über die Schulter.
“Lass dir das eine Lehre sein, Fellwurst. Gänseblümchen frisst man nicht. Sonst wird man an die Leine gelegt!”,
Kichernd vernahm er die Stimme der Pflanze auch diesmal. Was bildete sich das blöde Ding eigentlich ein?
Erneut ließ er ein Bellen verlauten, woraufhin seine Besitzerin ihn noch fester weg zog. Weg von dem frechsten Gänseblümchen, dem er je begegnet war.

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