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[Bloggeraktion] Writing Friday

Heute möchte ich euch wieder mit zu einer Bloggeraktion nehmen, bei der ich mal mehr, mal weniger gut mitmache.
Schande über mein Haupt. Ich habe in den letzten Wochen zwar tatsächlich geschrieben, aber nichts, was zu den vorgegebenen Themen zum Writing Friday passt. 
Bei dieser Bloggeraktion handelt es sich übrigens um den Writing Friday, den Elizzy von readbooksandfallinlove ins Leben gerufen hat, alle Informationen dazu, findet ihr auf ihrem Blog. 
Sie gibt monatlich ein paar Themen vor, zu denen man etwas schreiben kann.




Ein Hauptthema oder mehrere Unterkategorieren.
Wenn ihr auch dort mitmachen möchtet, dann schaut doch einfach bei ihr vorbei. 

Die Regeln im Überblick
  • Jeden Freitag wird veröffentlicht
  • Wählt aus einem der vorgegeben Schreibthemen
  • Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben
  • Vergesst nicht den Hashtag #WritingFriday und den Header zu verwenden
  • Schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch!
  • Habt Spass und versucht voneinander zu lernen.
Die Themen im Februar.


  • Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon.
  • Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre
  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Die Uhren liefen rückwärts, als…” beginnt.
  • Welches Buch hat dich als Teenager (von 13 – 18) begeistert? Magst du es heute auch noch?
  • Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.
 
Ich habe mich diesmal dazu entschlossen, eucheien Geschichte mit fünf vorgegebenen Wörtern zu schreiben. 
Und danke jedem, der sich alles bis zum Ende durchliest. 



Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre

Fünf Jahre waren vergangen, seitdem Mariola das letzte Mal in ihrem Heimatort gewesen war. 
Nach dem Tod ihrer Eltern hatte sie keinen Grund mehr gesehen, zurückzukommen, aber jetzt, da sie von einer ehemaligen Mitschülerin eine Einladung zum Klassentreffen bekommen hatte, blieb ihr nichts anderes übrig.
Natürlich hätte sie auch absagen können, aber die Aussicht darauf, ein paar andere Freunde wiederzusehen, hatte sie doch zusagen lassen.
Allein beim Gedanken daran, dass sie auch Mark wiedersehen würde, bescherte ihr Körper ihr eine Gänsehaut
Damals war sie total in ihn verknallt gewesen und während ihrer Beziehung einfach rundherum glücklich gewesen. 
Es war halt einfach alles perfekt gewesen.
Bis Mark die Beziehung beendet und ihr das Herz gebrochen hatte. 
Damals war Mariola am Boden zerstört gewesen und hatte sich für ein Studium ausserhalb ihres Heimatortes entschieden. 
Sie wollte Abstand gewinnen und nach dem Tod ihrer Eltern hielt sie dort eh nichts mehr. 
Und jetzt sollte sie ihm und auch den anderen Mitschülern wieder gegenübertreten.

Die Fahrt zurück in ihr altes Leben verlief recht ereignislos und doch stieg ihre Nervosität, umso näher sie dem Ortsschild kam. 
Den Names des Gasthauses, in dem das Treffen stattfinden sollte, hatte sie sich vorsichtshalber aufgeschrieben und doch hielt sie aus einem Impuls heraus vor dem Friedhof.
Auch diesen Ort hatte sie in letzter Zeit eher gemieden, vielleicht auch ein Stück weit aus Angst, Mark hier zu begegnen.
Vor dem Friedhofsgelände blieb sie einen Moment lang im Auto sitzen, bevor sie ausstieg und anschließend an den Gräbern entlang lief. 
Vor dem Doppelgrab ihrer Eltern blieb sie stehen, blickte einen Moment schweigend auf dieses herab.
Durch den Kontakt mit ihrer Tante wusste sie, dass diese sich regelmäßig um das Grab kümmerte und auch in ihrem Namen wöchentlichen einen Blumenstrauß auf das Grab stellte. 
Gedankenverloren ließ sie ihren Blick auf der Grabstätte ruhen, merkte erneut, wie sehr sie ihre Eltern noch immer vermisste.
Als ein einfaches “Mariola.”, hinter ihr erklang, zog sie automatisch die Luft ein und verspannte sich etwas.
Mark.
Was tat er hier? 
Am Grab ihrer Eltern? 
Warum musste sie ausgerechnet hier auf ihn treffen? 
Hatte er sie etwa verfolgt oder gestalkt? 
Wenige Augenblicke lang zögerte sie, drehte sich schließlich aber doch zu ihm um. 
Sofort geriet ihr Herz fast ins Stolpern. 
Noch immer sah Mark genauso gut aus, wie damals. Wenn nicht sogar noch besser. 
“Hallo Mark.”, begrüßte sie ihn leise, schob die Hände in die Taschen ihrer Jeansjacke. 
“Schön, dich zu sehen, Mariola.”
Seine Worte brachten sie zum Lächeln, aber weckten auch etwas Wehmut in ihr. 
“Was.. machst du hier?”, wollte sie leise wissen, sah ihn fragend an.
“Ich hatte gehofft, dich hier zu sehen. Vor den anderen.”
Seufzend drehte Mariola sich wieder in Richtung Grab.
“Warum?” Mehr glitt nicht über ihre Lippen, während sie immer wieder mit dem Blick über die Inschrift auf dem Grab glitt. 
Wie ein Mantra sagte sie sich in Gedanken die Geburtsdaten ihrer Eltern auf. Irgendwie musste sie sich schließlich ablenken, um Mark nicht sofort in die Arme zu fallen. 
“Ich bin dir noch eine Erklärung schuldig und das möchte ich nicht vor allen tun, aber auch nicht unbedingt hier. Was hälst du davon, wenn wir uns einen ruhigen Ort suchen?”
Seine Worte brachten sie automatisch zum Schmunzeln. 
“Ich glaube, nirgends ist es ruhiger als auf einem Friedhof. Aber lass uns ein paar Schritte gehen..”, schlug sie leise vor und drehte sich wieder zu ihm, setzte sich direkt in Bewegung.
Anhand der Schritte wusste sie, dass Mark ihr folgte und schon damals hatte es sie unglaublich nervös gemacht, wenn er hinter ihr gegangen war. 
“Es tut mir leid, Mariola. Das musst du mir glauben. Ich war .. es war einfach so unglaublich dumm von mir, dich gehen zu lassen.”, erklang seine Stimme schließlich neben ihr. Unwillkürlich seufzte sie erneut auf, während ein bitteres Lächeln ihre Lippen zierte.
“Warum hast du es dann getan?”
Bislang hatte sie einfach keine eigene Antwort auf diese Frage gefunden, egal wie oft sie sich diese in den letzten Jahren gestellt hatte. 
“Jasmin. Sie hat mir damals gesagt, du hättest etwa mit Basti. Sie hatte auch Bilder von euch, die so eindeutig waren, dass ich gar nicht daran gedacht habe, dass sie falsch sein könnten.”
Überrascht schnappte Mariola nach Luft, ließ ihn aber dennoch weiterreden.. 
“Als ich endlich gecheckt hatte, das Jasmin ein falsches Spiel spielt, warst du weg und deine Eltern wollten und konnten mir später nichts mehr sagen.” 
Mit einem tiefen Atemzug ließ sie sich auf eine kleine Bank fallen. Auf der Beerdigung hatte sie Mark nicht gesehen, vermutlich hätte sie da schon mit ihm reden können, aber es auch einfach nicht gewollte. 
“Jasmin war schon immer scharf auf dich. Und ich wette, sie wird auch heute abends nichts unversucht lassen, um bei dir zu landen.”, antwortete sie ihm stattdessen, legte ihren Kopf etwas schief. 
Minuten vergingen, in denen sie sich einfach nur ansahen und in diesem Moment hatte Mariola das Gefühl, die Zeit würde stehen bleiben.
Wie damals, wenn er sie angesehen hatte.
Wie damals, wenn er sie berührt hatte. 
Wie damals, als er sie geliebt hatte.
“Mariola. Ich habe dich nie vergessen.”, erklang im selben Moment seine Stimme, fast so, als hätte er ihre Gedanken gelesen. 
Ihr Herz geriet erneut ins Stolpern und wollte ihm am liebsten direkt vor die Füße springen. 
Wie lange hatte sie sich gewünscht, solche worte von ihm zu hören. Oder irgendetwas, dass in die Richtung ging. 
Mit aufeinander gebissenen Lippen, wandte sie ihren Blick auf ihre Hände, die sie inzwischen auf ihrem Schoss ineinander verschränkt hatte. 
“Ich dich auch nicht, Mark. Obwohl du mir damals das Herz gebrochen hast. Und das du Jasmin mehr geglaubt hast, als deiner eigenen Freundin, tut gerade doppelt weh.”, gestand sie ihm wenig später, spielte mit einem der Ringe an ihrer linken Hand.
Mit einem gequälten Seufzen ließ sich Mark neben ihr nieder. Von der Seite aus sah er sie an und zögerte erst, bevor er seine linke Hand auf die rechte Mariolas legte. 
Im ersten Moment wollte die junge Frau ihre Hand zurückziehen, genoss schließlich aber das das Gefühl, dass Marks Hand auf ihrer hinterließ. 
“Gib mir noch Chance, alles wieder gutzumachen. Bitte, Mariola.”, flüsterte Mark leise, lächelte sie fast zärtlich an.
Sein Lächeln bescherte ihr direkt weiche Knie und hätte sie nicht schon gesessen, wäre sie bestimmt dabei zu Boden gesunken. 
“Mark, ich …”, begann sie ebenso leise, versuchte sein Lächeln zu erwidern. 
Es war nicht so, dass sie das nicht wollte und sich noch immer nach ihm sehnte, aber ihr Herz war auch noch immer nicht komplett geheilt. 
Vielleicht würde Mark diesen letzten kleinen Spalt wieder verschließen können, aber sie hatte auch viel zu viel Angst, erneut verletzt zu werden. Von ihm. 
Gerade, als sie erneut zu einer Antwort ansetzen wollte, ließ sich eine kleine Libelle auf ihrem Knie nieder.
Sofort verzogen sich ihre Lippen zu einem Lächeln. Mit der freien Hand zog sie die Kette unter ihrem Oberteil hervor, die Mark ihr vor etlichen Jahren geschenkt hatte. 
Und deren Anhänger eine Libelle war. 
Überrascht weiteten sich die Augen Marks etwas. “Du hast sie noch immer?”, stellte er mehr fest, als er fragte, während er seine freie Hand unter den Anhänger legte, um ihn besser ansehen zu können.
“Ich könnte ihn niemals weggeben, Mark. Niemals.”, erwiderte sie leise, lächelte ihn diesmal ehrlich an.
“Meinst du nicht, dass diese Libelle dort ein Zeichen ist?”, wollte der junge Mann zusätzlich wissen, blickte kurz auf das Tier auf Mariolas Knie.
“Ja. Ja, das denke ich auch.”, gestand sie leise, während sich die Libelle wieder erhob und gen Himmel verschwand.
“Aber.. lass es uns langsam angehen und herausfinden, ob wir noch die gleichen Gefühle füreinander hegen, wie damals.”, fügte sie ebenso leise hinzu und umschloss Marks Hand an ihrer Kette mit ihrer eigenen.
“Das klingt nach einer guten Idee.”, erwiderte der Angesprochene sanft und zögerte kurz, bevor er Mariola einen kurzen Kuss auf die Lippen hauchte.
In diesem Moment wusste Mariola nicht, wohin die nächste Zeit sie führen würde, aber sie wusste, dass sie Mark nie hatte vergessen können und da die Libelle ein Zeichen war.
Ein Zeichen für den Neuanfang mit einem Mann, den sie noch immer liebte.

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