[ Grumpelview ] Schrankgammeln mit Emma Zecka
Hallo, meine Lieben..~ erinnert ihr euch noch an Emma und ihre All Hallows Village Bücher, die ich erst vor kurzem rezensiert habe?
Während ich mit Lesen beschäftigt war, hat sich das Grumpelchen dazu entschlossen, Emma in seinen Schrank zu entfüh ... äh einzuladen, damit sie ihm Rede und Antwort stehen kann.
Und siehe da, die beiden hatten eine Menge zu bequatschen! Hallo liebe Emma,
erstmal grummeligen Dank, dass du dich dazu bereit erklärt hast, mir ein paar Fragen zu beantworten.
Ich bin das Grumpelchen und wurde als Maskottchen beauftragt, mir ein paar Fragen zu überlegen.
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| Bild erstellt mit Picsart. |
Warum eigentlich ich?
Ich könnte jetzt in meinem Schrank sitzen und rumgrummeln oder Kekse essen oder Kaffee trinken, aber nein..
Naja... von nichts kommt nichts. Ich brauche meinen Job. *brummel* Für Kekse und Kaffee tut selbst ein Grumpelchen fast alles.
Stell dich doch bitte erst einmal in ein paar Sätzen vor, damit meine Leser auch wissen, mit wem sie es überhaupt zu tun bekommen.
Danach werde ich direkt damit beginnen, dir ein paar Löcher in den Bauch zu fragen.
Hallo Grumpelchen *stellt eine kleine Tüte Kekse vor ihm ab*
Ich bin Emma und schreibe Bücher für Kinder und Jugendliche. Wenn ich nicht gerade an einem neuen Buch schreibe, blogge ich über Hörbücher, organisiere einen regionalen Bücherstammtisch oder tausche mich mit anderen lesebegeisterten Menschen in einem Onlinebuchclub über Bücher aus.
1. Wann hast du mit dem Schreiben angefangen und wer oder was hat dich dazu animiert?
Tatsächlich ist es bei mir der Klassiker: Mit dem Schreiben habe ich schon während der Schulzeit angefangen, aber es dann eine Zeit lang aus den Augen verloren. Irgendwann fing ich auf meinem Blog an weihnachtliche Kurzgeschichten zu veröffentlichen. In einem Jahr wurde eine Kurzgeschichte immer länger und mein Debütroman »Rentierfieber« war geboren.
2. Wie läuft so ein Schreibtag bei dir ab? Brauchst du dafür völlige Ruhe oder hast du Musik im Hintergrund laufen? Machst du dir vorher Notizen zu den jeweiligen Kapiteln? Hast du ein bestimmtes Ritual, was das Schreiben an sich angeht? Grummelst du dabei auch ab und an vor dich hin, wie so ein Grumpeltier das tut?
Da ich nicht hauptberuflich als Autorin arbeite, gibt es bei mir keine klassischen Schreibtage, sondern eher Schreibstunden, die ich mir vor oder nach der Arbeit einplane. Eine richtige Schreibroutine habe ich noch nicht. Bei »Rentierfieber« war es die Übung schon mehrfach einen Adventskalender geschrieben zu haben. Das heißt, ich wusste, es wird 24 Türchen geben – Spoiler: hat nicht funktioniert 😊 – d.h. dann sollte die Geschichte erzählt sein.
Bei den »Chroniken von All Hallows Village« wusste ich wie die Geschichte startet und wie sie enden soll, aber alles dazwischen hat sich während dem Schreiben ergeben. Zu den Figuren habe ich mir Steckbriefe angelegt und herausgearbeitet was ihre Stärken, Schwächen oder größten Geheimnisse sind.
Musik höre ich nur, wenn ich in der Schreibphase bin. Wenn ich eine Textstelle bzw. das gesamte Manuskript überarbeite, gehe ich den Text mit meiner Sprachausgabe durch. Das hat die Vorteile, dass ich höre wie der Text gesprochen klingt und das ich Tippfehler leichter finde.
Und was das grumpeln betrifft: Das mache ich sehr häufig beim Schreiben von Rezensionen. Besonders dann, wenn ich überzeugt davon war, dass ich schon etwas geschrieben habe und feststellen muss, dass das Dokument leer ist.
3. Hast du selbst einen Lieblingsautor oder ein Lieblingsbuch?
Was? Nur eins? 😊
Mir fallen mehrere ein, ich nenne jetzt diejenigen, von denen ich noch lernen möchte.
Adriana Popescu: Wenn ihr wissen wollt wie Figurenentwicklung UND Dialoge gehen, greift zu ihren Büchern. Meine Favoriten sind ihre Jugendbücher wie z.B. »Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln«, »Unsere Zukunft flirrt am Horizont«, oder die »Misfits Academy«.
Romy Hausmann und Melanie Raabe, weil sie Thriller-Atmosphäre ohne Blut und Gewalt schaffen und es düster, aber nicht bedrohlich wirkt. Meine Buchtipps:
»Die Falle« von Melanie Raabe: Eine Frau, die das Haus nicht mehr verlässt seit sie gesehen hat wie ihre Schwester ermordet wurde. Erst als sie den Mörder ihrer Schwester zufällig in einer TV-Show sieht, fasst sie einen Entschluss.
»Liebes Kind« von Romy Hausmann: Eine seit Jahren verschwundene Frau taucht wieder auf und hat zwei Kinder bei sich. Wo sind sie all die Jahre gewesen?
»Himmelerdenblau« von Romy Hausmann (auch eine echte Hörbuch-Empfehlung): True Crime Podcasterin Liv möchte sich anlässlich Julie Nowaks Verschwinden mit dem Fall beschäftigen. Sie hat einen Interview-Termin mit Julies Vater. Das Problem: Theo ist an Demenz erkrankt.
Das Autorenduo Moritz Matthies mit ihrer »Ray und Rufus«-Reihe in der zwei Erdmännchen ermitteln: Weil die beiden immer wieder geniale Lösungen finden, Konflikte aufzulösen oder die Handlung in Gang zu bringen.
4. Welches ist dein größter – mit dem Schreiben verbundener - Traum?
Ganz klar, dass ich das Schreiben als Nebenberuf bezeichnen kann und es da draußen Menschen gibt, die sich auf bzw. über meine Geschichten freuen.
5. Bestimmst du die Titel deiner Bücher selbst oder holst du dir dabei Hilfestellungen, wie z.B. Ideen derer, die dir nahe stehen oder deiner Leser? Oder dem Verlag, in dem du gegebenenfalls veröffentlichst?
Dadurch, dass ich meine Bücher bisher im Selfpublishing veröffentlicht habe, bin ich für die Titel verantwortlich. Tatsächlich habe ich die Titel meiner Bücher bisher immer durch Zufall gefunden. Bei den Chroniken war ich mir unsicher, ob der Titel nicht zu lang ist und das Cover damit zu voll wird. Da habe ich mir dann Rat bei meiner Lektorin und meiner Coverdesignerin geholt.
Wobei ich mir aber immer helfen lasse sind die Klappentexte: Hier schreibe ich 1-2 Entwürfe, die dann ins Lektorat gehen.
6. Wie lange schreibst du grundsätzlich an einem Buch?
Es kommt darauf an, wie regelmäßig ich mich dransetze. »Rentierfieber« habe ich in ein paar Monaten geschrieben. Allerdings war ich in dieser Zeit in einem Zwischenstadium von Ende des Studiums und Einstieg ins Berufsleben.
Die Chroniken habe ich 2021 angefangen zu schreiben. Da ich wegen Corona viel im Home Office gearbeitet habe, hatte ich die Rohfassung von beiden Büchern 2022 fertig, war aber noch nicht wirklich zufrieden.
Die Überarbeitung von den Chroniken hat glaube ich ein halbes bis ein Jahr gedauert.
7. Und wie läuft die Coversuche bei dir ab? Holst du dir Hilfestellungen oder entscheidest du alles komplett alleine?
Die Coversuche ist mein größtes Problem. Da ich blind bin, kann ich mich nicht auf meine Meinung verlassen, sondern höre mich in meinem Netzwerk um. Nur ist es da so, dass ich viele unterschiedliche Meinungen bekomme. Hinzu kommt auch, dass Coverdesign keine geschützte Berufsbezeichnung ist, d.h. ich als Laie kann nicht abschätzen wie viel Erfahrung die Person hat, die ich beauftrage.
Juliana Fabula habe ichbeispielsweise kennengelernt, weil sie vor einigen Jahren Admin bei der Schreibnacht war, einem Forum für (angehende) Autor*innen.
8. Und wie gehst du dabei mit Absagen um, falls du dich schon an Verlagshäuser oder Agenturen gewandt hast?
Mit Absagen habe ich kein Problem, weil ich dann weiß, woran ich bin. Schwieriger finde ich es, wenn ich nichts von meinem Gegenüber höre, wobei das ja mit einer Absage gleichzusetzen ist.
Aktuell fühle ich mich im Selfpublishing sehr wohl. Es ist sehr schwierig einen guten und seriösen Verlag zu finden bzw. bei einer Agentur anzukommen, die dann die Verhandlungen bei einem Verlag führt. Man muss schon zu den Marketing-Schwerpunkten oder Spitzentitel gehören, damit der Verlag das Buch bewirbt. Das heißt, bis auf die Tatsache, dass der Verlag die Produktionskosten des Buches übernimmt, sehe ich bisher für mich keinen Vorteil bei einem Verlag zu veröffentlichen.
Hinzu kommt auch, dass Verlage an einer zuverlässigen Zusammenarbeit interessiert sind und solange ich noch keine Routinen im Schreibprozess und Veröffentlichen habe, ergibt es für mich keinen Sinn auf Verlags-, bzw. Agenturensuche zu gehen.
9. Nehmen wir einfach mal an, - denn träumen darf man ja – .. deine Bücher würden verfilmt werden, wen würdest du in den Hauptrollen sehen wollen, falls du Mitspracherecht hättest?
Das ist eine echt schwierige Frage, weil ich derzeit zu langsam schreibe und ich befürchte, dass die Personen, die ich gern in den Rollen sehen würde, bis dahin schon zu alt sind.
10. Wenn du nicht gerade schreibst, womit verbringst du deine Nachmittage? Hast du ein Hobby, welches dir neben dem Schreiben sehr am Herzen liegt?
Ich liebe es in Geschichten einzutauchen und mehr über Menschen (egal ob fiktiv oder real) zu erfahren. Wenn ich nicht schreibe, höre ich also viele Hörbücher, treffe mich mit Freundinnen und lasse mich von dem was um mich herum passiert inspirieren.
11. Wenn du die Chance hättest, einer deiner Charaktere aus einem deiner Bücher zu sein.. wen würdest du wählen?
Ein echt fieser Teaser: Warte auf den Thriller, den ich als Nächstes schreiben werde 😊.
12. Kann deiner Meinung nach jeder ein Buch schreiben oder braucht es dafür bestimmte Voraussetzungen?
Die wichtigste Voraussetzung ist, dranzubleiben. Immer wieder begegnen mir Leute, die mit dem Schreiben anfangen und es wieder aus den Augen verlieren. Ich denke meistens liegt es daran, dass ihnen das Schreiben nicht so wichtig ist, weil sie einfach zu viele Hobbys haben, oder sie an schwierigen Stellen im Schreibprozess nicht wissen, wie sie das Hindernis überwinden.
Das Handwerkszeug z.B. wie man spannende Figuren entwickelt, oder Szenen mit Konfliktpotenzial erzählt, kann man aus meiner Sicht lernen.
13. Hast du schon mal etwas geträumt, was hinterher auch wirklich wahr geworden ist?
Neulich habe ich geträumt, dass ich auf der Frankfurter Buchmesse einer Literaturagentin gegenüberstand und ihr meine Thriller-Idee gepitched habe. Sie meinte dann, dass sie sich vorstellen könne, den Thriller bei einem Verlag unterzubekommen. Im Traum hatte ich dann einen richtigen Aha-Moment, weil ich noch gar nicht darüber nachgedacht habe, mich damit bei Verlagen bzw. Agenturen zu bewerben.
Also, es bleibt spannend, ob dieser Traum wahr werden wird.
14. Wie würdest du reagieren, wenn plötzlich eine deiner Buchfiguren an deiner Haustür klingeln würde?
Es käme stark darauf an, wer es ist. Cool wäre es allemal.
15. Wie holst du dich am besten wieder aus einem Kreatief und was rätst du anderen, die sich manchmal darin befinden? (wie meiner Besitzerin z.B.)
Wie so oft im Leben: Einfach weitermachen und Routinen aufzubauen. Eine Autorin meinte mal, das Schreiben ist wie ein Muskel, der trainiert werden will. So oft saß ich schon an einer Szene oder einer Rezension, mit der ich absolut nicht zufrieden war. Ich habe sie trotzdem geschrieben, weil ich wusste, dass ich dadurch »Material« bekomme, das ich überarbeiten kann. Einen Tag später klang das Geschriebene meist gar nicht so schlecht.
Mein Fehler beim Schreiben ist meist, dass ich gar nicht schreibe, wenn ich bei einer Stelle nicht weiterkomme. Und genau das sorgt ja dafür, dass nichts passiert. In den seltensten Fällen sind meine Lösungen vom Himmel gefallen. Meist haben sie sich während des Schreibens ergeben.
16. Als Selbstleser, hast du schon mal ein Buch abgebrochen oder gibst du jedem Buch eine Chance?
Ja, ich habe schon Bücher abgebrochen. Da fällt mir spontan ein Buch ein, das mir in einer Büchergruppe empfohlen wurde. Es stellte sich heraus, dass es ein Horrorroman war, da war ich echt frustriert.
Meistens geht es mir aber so, dass ich irgendwann ab der Hälfte feststelle, dass mich das Buch nicht packt, aber ich ja schon bei der Hälfte bin und deswegen denke, dass ich die zweite Hälfte auch noch lesen kann.
Meine Toleranz ist auch sehr gestiegen, seit ich selbst schreibe, weil ich mir denke, dass sich Autor*innen immer etwas bei der Geschichte gedacht haben, die sie erzählen wollen. Auch wenn ich den Sinn nicht immer verstehe.
17. Und zu guter Letzt.. Weil wir oben schon die Frage nach dem mit dem Schreiben verbundenen großen Traum hatten, welches ist dein größter – nicht mit dem Schreiben verbundener - Traum?
Dass ich irgendwann wieder in der richtigen Mischung aus Routine und Abwechslung bin. Momentan gibt es mir etwas zu viel Unruhe in meinem Leben.
Grumpeligen Dank, dass du dir Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten.
Ich hoffe, ich war nicht zu aufdringlich und darf dich bei Gelegenheit wieder mal zum Kaffee einladen.


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