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[WritingFriday] Gerüchteküche

Heute möchte ich euch wieder mit zu einer Bloggeraktion nehmen, bei der ich mal mehr, mal weniger gut mitmache.
Schande über mein Haupt.
Den heutigen Beitrag habe ich via Google Docs vorgeschrieben und dabei mindestens 100mal abgeändert oder ganz gelöscht.
Mit dieser Version jetzt bin ich einigermassen zufrieden.

Bei dieser Bloggeraktion handelt es sich übrigens um den Writing Friday, den Elizzy von readbooksandfallinlove ins Leben gerufen hat, alle Informationen dazu, findet ihr auf ihrem Blog. 
Sie gibt monatlich ein paar Themen vor, zu denen man etwas schreiben kann.

Ein Hauptthema oder mehrere Unterkategorieren.
Wenn ihr auch dort mitmachen möchtet, dann schaut doch einfach bei ihr vorbei. 

Die Regeln im Überblick
  • Jeden Freitag wird veröffentlicht
  • Wählt aus einem der vorgegeben Schreibthemen
  • Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben
  • Vergesst nicht den Hashtag #WritingFriday und den Header zu verwenden
  • Schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch!
  • Habt Spass und versucht voneinander zu lernen
Die Themen im Oktober

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Er wischte sich das Blut von den Händen und…” beginnt.
  • Schreibe aus der Sicht eines Hexenbesens.
  • Wovor fürchtest du dich am meisten? Erzähle uns davon.
  • Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: erdrosselt, vergraben, blutig, Schrei, Blutmond
  • Das Böse herrscht – Egal ob Buch, Film oder Videospiel wer ist dein liebster Bösewicht und wieso? Könnte er auch gute Seiten an sich haben?
Ich habe heute eine Geschichte geschrieben, in der fünf vorgegebene Wörter vorgekommen sind. 


Heute Nacht war Blutmond
Anne hatte extra tagsüber ein Nickerchen eingelegt,  um für die Nacht gewappnet zu sein. 
Mit einer Tasse Kaffee und ihrem aktuellen Buch saß sie schon seit über einer Stunde auf einer kleinen Bank auf dem Balkon im Haus ihrer Eltern.  
Die Tasse war bald leer und ihr Buch fast beendet.  
Als sie einen Schrei vernahm, hob sie ruckartig ihren Kopf. 
Woher kam dieser Schrei und vom wem? 
Im selben Augenblick brach unten auf der Strasse Tumult aus. 
Erst wollte Anne einfach weiterlesen, aber das Geschrei auf der Straße brachte sie um ihre Konzentration.  
Seufzend legte sie das Buch an die Seite und wollte ich gerade erheben, als auch schon Polizeisirenen aus der Ferne zu hören waren.
War doch mehr passiert? 
Und wenn ja was? 
Mit ein paar Schritten stand sie an der Balkonbrüstung, warf einen Blick nach unten. Ihre Nachbarn standen auf der Straße, die Nachbarn der Nachbarn daneben. 
Aus dem angrenzenden Park hörte man noch mehr Geschrei und Gezeter.
Unentschlossen, was sie tun sollte, blieb Anne auf dem Balkon stehen, beobachtete das Geschehen einen Moment lang.
Als sie ihren Namen vernahm, wirbelte sie direkt herum. Erleichtert atmete sie auf, als sie ihre Mutter in der Balkontür erblickte. 
“Gott, hast du mich erschreckt, Mama. Was ist denn da unten los?” 
Fragend sah sie ihre Mutter an, welche sich auf der Liege niederließt, auf der Anna zuvor selbst noch gesessen hatte.
“Man erzählt sich, dass  .. Marion im Park gefunden worden wäre. Erdrosselt und unter einem Laubhaufen vergraben. In der Nähe hat man ein Messer gefunden. Blutig.” 
Die Stimme ihrer Mutter war nur ein Flüstern und dennoch sorgte sie dafür, dass Anne sofort eine Gänsehaut bekam.
Oder vielleicht auch gerade deswegen. 
“Marion? Nein! Das kann nicht sein. Ich habe doch.. vorhin noch mit ihr geschrieben?!” Annes Stimme brach fast, als sie ihrer Mutter antwortete. 
Das konnte unmöglich wahr sein? 
Marion war eine ihrer Klassenkameradin und sie hatte sich für morgen mit ihr zum Lernen verabredet.
“Es tut mir leid, Schatz! Noch ist es ja gar nicht sicher, sondern ein Gerücht. Lass sie Polizei doch erstmal ihre Arbeit machen. ”, versuchte ihre Mutter sie etwas zu beruhigen, auch wenn das eher das Gegenteil bewirkte. 
Noch während ihre Mutter redete, stürmte Anna an ihr vorbei.
Sie musste einfach Gewissheit haben. Sie musste wissen, ob es sich um eine ihrer liebsten Freundinnen handelte.
Sie stolperte fast schon die Treppe runter, stürmte aus dem Haus und kam neben einer ihrer Nachbarinnen zum Stehen.
“Ist es .. wirklich Marion?”, wollte sie von der älteren Frau wissen, bekam jedoch nur ein Schultern zucken.
“Ich weiss es nicht, mein Kind. Die Polizei ist gerade erst im Park verschwunden, aber warte.. du kannst da jetzt nicht hin!”, 
Die Stimme der Nachbarin nahm Anne gar nicht mehr richtig wahr. 
Sie musste in den Park, sie musste  wissen, ob es sich tatsächlich um Marion handelte.
Vor einer der Absperrungen kam sie erneut ins Straucheln. 
“Du kannst hier nicht durch!”, Eine der Polizistinnen versperrte ihr förmlich den Weg. 
"Aber ich muss. Ich muss wissen, ob es Marion ist, die dort liegt. Bitte. Ich muss es wissen!" 
Flehend sah Anne die Polizistin an, welche ein weiteres Mal den Kopf schüttelte. 
"Das geht nicht. Es handelt sich um polizeiliche Ermittlungen." Mit einer Hand hielt die junge Frau Anne am Arm fest. 
"Aber ich kann doch nicht einfach hier rumstehen und nichts tun?", schluchzte Anne leise auf, sah die  Frau vor sich verzweifelt an. 
“Beruhig dich erst einmal und dann sehen wir weiter!”, Erneut versuchte die Polizistin Anne etwas zu besänftigen, auch wenn ihr das nur bedingt gelang.
“Anne, Schatz. Komm, lass die Polizei ihre Arbeit tun!”
Die Stimme ihrer Mutter entlockte dem Mädchen ein Seufzen. Langsam drehte sie sich zu ihrer Mutter um, worauf auch die Polizistin ihren Arm losließ.  
“Aber was.. wenn es wirklich Marion ist?”, glitt es wispernd über Annes Lippen, während sie sich in die Umarmung fallen ließ, die ihre Mutter ihr zuteil werden ließ. 
Erneut glitt ein Schluchzen über ihre Lippen, während sie sich förmlich an ihre Mutter krallte.
Der Gedanke daran, dass eine ihrer liebsten Freundinnen dort hinten liegen konnte, nur wenige Meter von ihr entfernt, brach ihr fast das Herz.
“Was ist denn hier los?”, erklang plötzlich eine Stimme, die sowohl Anne als aus ihre Mutter fast erstarren ließ. Anne selbst wusste nicht, wie lange sie mit ihrer Mutter so da gestanden hatte.
Weinend und Verzweifelt an der Schulter der älteren Frau. 
“Ma.. Marion! Du lebst!”
Sofort fiel Anne ihrer Freundin um den Hals, schluchzte erneut auf. 
“Ja, warum sollte ich das denn nicht tun?”, 
Verwirrt erwiderte Marion die Umarmung ihrer Freundin, blickte zwischen ihr und ihrer Mutter hin und her.
“Weil wir..  weil du.. dort hinten wurde.. jemand gefunden. Eine blonde Frau. Erdrosselt und vergraben. Ein paar Leuten haben erzählt, dass du dort liegen würdest. Tot.”
Umso mehr Anne erzählte, umso mehr brach ihre Stimme. Fassungslos sah Marion sie an, bevor sie den Kopf schüttelte. 
“Ich glaube nicht, dass ich dort hinten liege.”, erwiderte sie etwas verpeilt und doch auch schockiert. 
Sie wollte sich gar nicht ausmalen, was Anne in den letzten Minuten hatte durchmachen müssen. 
“Kommt, Mädchen. Lasst uns reingehen und die Polizei hier ihre Arbeit machen. Und dann kann Marion uns erzählen, wo sie wirklich war.”
Die sanfte Stimme ihre Mutter brachte Anne lediglich zum Nicken. Ohne, dass sie sich richtig von Marion löste, folgte sie den beiden Frauen nach drinnen.
Egal, was Marion ihr erzählen würde, in diesem Moment war sie einfach nur froh, dass sie da war.
Hier bei ihr. Und vor allem am Leben.

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