[ rezension ] gemma rogers - die perfekte kollegin
Dieses Buch hat mich direkt angesprochen, nachdem ich es bei digital publishers in der Vorschau gesehen habe. Hauptsächlich vom Klapppentext her, denn ich hatte mal wieder richtig Lust auf einen Psychothriller, bei dem nichts so ist, wie es anfangs scheint.
Inhalt: Nach dem Tod ihrer besten Freundin Livvy fühlt es sich für Ria total surreal an, wieder zurück an die Arbeit zu kommen. Und als wäre das nicht schon emotional genug, trifft sie in der Firmenwohnung direkt auf Livvys Nachfolgerin. Amanda Dowd ist nicht nur ihre neue Mitbewohnerin, sondern tritt auch direkt die Stelle an, die einst ihrer besten Freundin gehörte.
Ria fühlt sich schnell aussen vor, denn alle lieben Amanda. Sogar ihr Exfreund Jayden ist von Amandas fröhlicher und ansteckenden Art schnell begeistert. Sehr zum Missfallen von Ria, der die verzweifelte Versuche Amandas, sich mit ihr anzufreunden, kaum erwidern kann.
Als Ria plötzlich Anrufe, Fotos und Geschenke von Livvy erhält, gerät alles aus dem Ruder. Ria weiß nicht mehr, wem oder was sie noch glauben soll. Nicht einmal ihrem eigenen Verstand vertraut sie mehr und gerät so in einen Strudel aus Lügen, eigener Wahrnehmungsstörung und dem Drang, die Wahrheit herauszufinden. Denn einer Sache ist sie sich nach wie vor sicher: Livvys Tod war kein Unfall und Ria muss herausfinden, wer dafür verantwortlich ist, bevor sie vielleicht sogar die nächste ist.
Dieses Buch ist in der Ich - Perspektive und hauptsächlich aus der Sicht von Ria geschrieben, was mir wirklich gut gefallen hat. So bekommt man als Leser einen noch viel besseren Eindruck und hat das Gefühl näher an den Geschehnissen zu sein.
Mit Ria und Amanda treffen zwei Protagonistinnen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Ria noch immer unter dem Tod ihrer besten Freundin leidet und gaum weiß, wie sie nicht nur ihren Arbeitsalltag, sondern auch ihr Privatleben ohne Livvy bewältigen soll, fällt Amanda sofort alles in den Schoß. Sie ist nicht nur bildschön, sondern auch auf eine Art und Weise überwältigend, die dafür sorgt, dass ihr die Kollegen und auch der Chef direkt verfallen. Und auch Rias Exfreund Jayden scheint von Amanda mehr als nur angetan zu sein.
Sehr zu Rias Verdruss.
Der Schreibstil ist angenehm und leicht, aber trotzdem mit der dazugehörigne Portion Spannung. Je weiter man im Buch vorran kommt, desto mehr will man wissen, was es mit den Anrufen, Briefen und Geschenken auf sich hat, die Ria plötzlich bekommt. Spielt ihr jemand einfach nur einen Streich, um sie an ihre Grenzen zu bringen oder steckt viel mehr dahinter? Hat es wirklich jemand auf sie abgesehen und wenn ja wer.
Ria, die schnell an Amanda denkt, kommt durch die ganzen Geschehnisse nicht nur an ihre körperlichen, sondern vor allem auch mentalen Grenzen. Sie muss sich erneut mit dem Tod ihrer besten Freundin auseinandersetzen. Und mit dem, was damals wirklich passiert ist.
Sie zweifelt an ihrem Verstand, an dem was sie denkt und vor allem auch fühlt. Sie zweifelt an den Menschen, die ihr nahe sind und an dem, was sie überhaupt noch glauben kann.
Der Spannungsbogen zieht sich durch das gesamte Buch und sorgt dafür, dass man regelrecht an den Seiten hängen bleibt. Dabei greift Gemma Roberts auch Themen wie Mobbing oder Rache auf, die den Leser dazu veranlassen, seine eigenen Denkweisen zu hinterfragen. Zumindest an einigen Passagen. Hauptsächlich deshalb, um sich zu fragen: Wie würde ich reagieren? Wie würde sich all das, was ria erlebt, auf mein eigenes Verhalten und die Gedankenfabrik auswirken?
Gemma Rogers ist ein Psychothriller gelungen, der an die Seiten fesselt und dabei die eigenen Moralvorstellungen angreift. Mit Charakteren, die im Laufe des Buches an Tiefe gewinnen und gleichzeitig auch noch weiter über sich hinauswachsen.
Mit Themen wie Verlust, Trauer und Rache. Mit Freundschaft, Gefühlen und dem Drang nach Gerechtigkeit lässt die Autorin des Buches den Leser mit Gefühlen und Gedanken zurück, sie sich selbst kaum beschreiben lassen.
Die perfekte Kollegin ist nicht einfach nur ein Buch. Es ist ein Psychothriller, der nachhallt.
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