Dieses Buch ist auch eines von denen, die mir durch Zufall über den Weg gelaufen sind. Ich habe mich direkt in das Cover verliebt und nachdem ich gelesen habe, dass es in Japan bzw. in Kyoto spielt, war es keine Frage nach dem ob ich es lese, sondern eher nach dem wann.
ASIN
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B0FPBV8PVM Barrierefreiheit
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Erfahre mehr Erscheinungstermin
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31. August 2025
Sprache
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Deutsch Dateigröße
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1.9 MB Screenreader
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Unterstützt Verbesserter Schriftsatz
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Aktiviert X-Ray
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Nicht aktiviert Word Wise
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Nicht aktiviert Seitenzahl der Print-Ausgabe
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145 SeitenMehr Infos hier: Lucas Schäfer
Inhalt: Linus ist seit zwei Wochen in Kyoto auf Urlaubsreise, als sich sein Leben an einem Getränkeautomat auf eine Art und Weise verändert, mit der er überhaupt nicht gerechnet hätte. Unter einer leeren Espressodose findet er einen Zettel mit einer seltsamen Bitte. Er antwortet auf diesen Zettel und es entsteht eine ungewöhnliche Brieffreundschaft, die nicht nur Linus vor neue Herausforderungen stellt.
Wer ist diese mysteriöse YY, die ihm immer wieder zurück schreibst und ihm Fragen stellt, auf die er im ersten Moment kaum eine Antwort findet.
Und warum kommt es ihm so vor, als würde er sich durch diese Briefe selbst neu kennenlernen und hinterfragen?
Der Schreibstil von Lucas Schäfer war mir bis zu diesem Buch vollkommen unbekannt. Obwohl er bereits einige andere Bücher veröffentlicht hat, ist "Tage so kurz wie Wimpernschläge" mein erstes Werk von ihm.
Und es ist direkt eines, dass nachhallt.
Obwohl sich Linus im Urlaub mit zwei Bekannten trifft und ein wenig Zeit mir ihnen verbringt, ist er auch oft alleine unterwegs.
Bis er an einem Automaten, der warmen Zitronentee anbietet, auch einen Brief unter einen leeren Kaffeedose findet.
Obwohl er sich im ersten Moment nicht sicher ist, ob er wirklich antworten soll, entsteht schließlich doch eine wunderbare Brieffreundschaft. Linus und die fremde Frau schreiben über Gott und die Welt, philosophieren über das Leben und hinterfragen sich oftmals sogar selbst. Ich fand diesen Briefwechsel unglaublich schön und auch ich habe mich beim Lesen dabei ertappt, wie ich an Linus stellte geantwortet hätte. Oder an der Stelle seiner unbekannten Brieffreundin.
Der Autor hat die Geschichte jeweils aus zwei Perspektiven geschrieben und die Briefe mit der unbekannten Person in Linus' Version eingebaut. Die andere Sichtweise ist aus Ambers Sicht geschrieben. Sie begegnen sich nur für einen winzigen Augenblick, aber trotzdem war mir schon nach kurzer Zeit klar, wer hinter den Zeilen steckt, die Linus so sehr berühren.
Amber war für mich ein vielschichtiger Charakter. Nicht nur, dass sie sich um ihre alkoholkranke Mutter kümmern muss, so hat sie auch ihre eigenen Päckchen zu tragen. Eines davon geht tief unter die Haut und betrifft auf eine gewisse Art und Weise auch Linus.
Besonders gut gefallen hat mir auch die Atmosphäre im Buch. Kyoto und die Umgebung hat Lucas Schäfer genauso deteilgetreu beschrieben, wie Besuche am Schrein. Es hatte manchmal den Anschein, als hätte auch ich den Weg zum Schrein gemeinsam mit Linus erklommen.
Das Ende kam mir fast ein wenig zu schnell, aber auf der anderen Seite hat es mir auch gefallen, wie Linus mit dem umgegangen ist, was er erlebt hat. Die letzten Szenen haben zwar etwas bedrückendes, aber auch etwas, dass Hoffnung verspricht.
Nicht nur für Linus.
Alles in allem habe ich 145 Seiten gelesen, die nicht nur berührend waren, sondern auch zum Nachdenken angeregt haben. Über das eigene Leben, über das was wichtig war und was vielleicht auch noch wichtig werden könnte.
Eine Kurzgeschichte, die in meinen Augen noch weitaus mehr Seiten verdient hätte.
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