[Rezension] Gabriela Kaperski - Einfach Yeshi

Titel: Einfach Yeshi
Autor: Gabriela Kasperski

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Arisverlag; Auflage: 1 (19. August 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3907238001
  • ISBN-13: 978-3907238004
Inhalt: "Yeshi hat ein großes Flatterherz. Einen Tanzfuß. Und tausend Ideen im Kopf. Der manchmal steinfelsbetonhart sein kann. Vor allem, wenn die fiese Doro sie Kackbohne nennt. Ob das der Grund ist, dass Yeshi keine Freunde hat? Liegt es daran, dass Yeshis Eltern sich trennen? Oder vielleicht an ihrer Hautfarbe?

Als sich Yeshi eines schönen Sommertags von einer Flüchtlingsfamilie mitreißen lässt, beginnt eine abenteuerliche Reise. Bald schon gesellt sich ein kleiner Mops-Hund dazu, die nicht mehr so fiese Doro und Lian aus Yeshis Klasse folgen. Dann ist da noch ein Tätowierer. Und ganz wichtig: die pfefferminzgrünen Turnschuhe!" Quelle: Einfach Yeshi

Folgenden Link kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung: Quelle:
Einfach Yeshi )




Für dieses Buch danke ich Aris Verlag  und Literaturtest für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares. Ich muss gestehen, dass ich das Buch rein vom Cover her vermutlich nie auf dem Schirm gehabt hätte, aberich fand die Geschichte dahinter unglaublich interessant und habe daher zugesagt, dieses Buch zu lesen.

Yeshis Muttersprache ist Schweizerdeutsch und dennoch fällt es ihr schwer, manche der Wörte richtig auszusprechen.
Die Kinder in ihrer Klasse denken, es liegt daran, dass sie eine andere Hautfarbe hat. Oder daran, dass ihre Eltern sich trennen wollen.
Und zu allem Überfluss nennt ihre Klassenkameradin sie immer Kackbohne.
Dabei ist Yeshi doch einfach nur Yeshi.
Als sie eines Tages alleine unterwegs ist, wird etwas deutlicher, dass Yeshi doch anders zu sein scheint.
Eine Fahrkartenkontrolleurin hält sie für einen Flüchtling dafür und denkt sofort, dass Yeshi zu einem dunkelhäutigen Mann gehört, der sich auch in der Strassenbahn befindet, mit der sie unterwegs ist. Und schon bald befindet sich Yeshi in einem Abenteuer, dass sie am Ende ganz schön aus der Bahn wirft.

Ich muss gestehen, dass ich das Buch schon vor einiger Zeit beendet habe und eigentlich auch schon eine Rezension angefangen habe, die ich dann doch wieder verworfen habe.
Irgendwie hatte ich das Gefühl, nie die richtigen Worte zu finden und ich möchte gerne erklären, warum dass so ist.
Oder es zumindest versuchen.

Yeshi ist mit ihren neun Jahren ein Mädchen, bei dem ich nie richtig wusste, wie ich sie einschätzen sollte.
Mal fand ich sie unglaublich erwachsen, dann hatte ich wieder das Gefühl, sie ist das Kind, was sie eben sein sollte.
Oder aber auch eben nicht, denn mit ihren neun Jahren fand ich Yeshi an manchen Stellen tatsächlich jünger, als dem, was ihrem Alter entsprechen sollte.
Irgendwie hatte ich auch keine richtige emotionalen Bindung aufbauen. Ich meine, gerade Kinder in dem Alter sind emotional manchmal noch sehr.. sagen wir leicht zu beeinflussen, aber bei Yeshi hatte ich was den Punkt angeht, eher das Gefühl, einer Jugendlichen oder gar Erwachsenen gegenüber zu stehen.

Was die Flüchtlingsfamilie angeht, war ich tatsächlich etwas zwiegespalten. Ich meine, warum geht Yeshi einfach mit, als wäre es selbstverständlich?
Ich fand es schon ein wenig befremdlich, dass eine Neunjährige einfach so mit einer fremden Familie mitgeht? Und es jeder, dem sie begegnen, als normal ansieht?
Und warum hat die Mutter der Flüchtlingsfamilie plötzlich eine Anzeige am Hals, bei der ihr die Ausschiebung droht?
Das war für mich einfach etwas ... unlogisch? 

Im Laufe des Buches lernt Yeshi ihre beiden Mitschüler Lian und Doro etwas besser kennen. Vor allem bei Doro, die sie anfangs Kackbohne genannt hat, fand ich es eigentlich gut, dass sich die beiden Mädchen angefreundet und sich etwas besser kennengelernt haben.
Auch, wenn sich Doros Verhalten und ihre Wortwahl dadurch nicht wirklich verbessert haben. Als Freunde hätte ich die beiden Mädchen niemals bezeichnet.
Also fand ich es doch wieder nicht so gut.
Merkt ihr, ich bin ein wenig verwirrt?
Außerdem hat es mich auch irgendwie verwirrt, wer jetzt warum weggelaufen ist und vor allem mit wem.
Zuviele Handlungsstränge, die mehr Fragezeichen als Antworten hinterließen.
Schade eigentlich. 

Es gab Momente im Buch, da habe ich auch beim Verhalten der Erwachsenen mit dem Kopf geschüttelt. Ein paar Sachen fand ich sogar regelrecht verantwortungslos.
Ich will nicht sagen, dass ich das Buch schlecht fand, also so richtig schlecht.
Es gab auch Passagen, die mich zum Schmunzeln bringen konnten.
Es gab auch Buchabschnitte, die Werte wie Freundschaft und Zusammenhalt vermittelt haben oder es zumindest sollten.
Oder die Passagen, in denen Yeshi ihren Mitschülern erklärt, was es mit ihren Adoptiveltern auf sich hat. Die Szene und ihre Erklärung fand ich einfach nur süß.
Aber es gab eben auch die andere Seite, die dafür gesorgt hat, dass ich keine richtige Bindung zu den Charakteren aufbauen konnte.
Oder mich richtig in die Geschichte fallen lassen konnte.
Schade eigentlich, denn sie hatte irgendwie Potenzial.
Potenzial, dass leider nicht ausgeschöpft werden konnte. 








Kommentare

  1. Hi Melanie,
    du sprichst mir aus der Seele. Auch ich konnte keine Bindung zu Yeshi aufbauen und das ist wirklich selten, dass das bei einem Buch überhaupt oder einem Kinderbuch passiert. Und auch ich fand die Geschichte seltsam verwirren und verworren und hab mich mit der Rezi sehr schwer getan.
    Schade...
    LG
    Daniela

    https://buchvogel.blogspot.com/2019/08/einfach-yeshi.html

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