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[Rezension] Strandgut

Titel: Strandgut
Autor: Benjamin Cors

  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juni 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423260599
  • ISBN-13: 978-3423260596

  • Inhalt: "Die Filmfestspiele in Cannes: Dem jungen, aufstrebenden Personenschützer Nicolas Guerlain passiert ein unverzeihlicher Fehler. Durch eine ruckartige Bewegung stößt er versehentlich seinen Schützling, einen namhaften Minister, vor den Augen der Öffentlichkeit zu Boden. Seine Karriere ist ruiniert - er wird in seine alte Heimat, den idyllischen Badeort Deauville in der Normandie, strafversetzt. Mit der Ruhe am Meer ist es jedoch bald vorbei, als eine abgetrennte Hand an den Strand gespült wird. Nicolas beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Und deckt einen Fall auf, der Jahrzehnte zurückreicht." Quelle: Strandgut

    Bei dieser Rezension gilt mein Dank dem dtv Verlag, dass sie mir das Buch haben zukommen lassen. Den Klappentext fand ich von Anfang angesprochen, also habe ich mich förmlich in Wasser gestürzt und bin ebenso nach Deauville gereist.


    Nicolas ist Personenschützer und steht vor dem Beginn einer wirklich großen Karriere. Bei den Filmfestspielen in Cannes passiert ihm jedoch ein unverzeihlicher Fehler. Aufgrund einer Unachtsamkeit und einer eher ruckartigen Bewegung schlägt er ausgerechnet die Person zu Boden, die er eigentlich beschützen soll: Einen namenhaften Minister.
    Seine Karriere scheint ruiniert, noch bevor sie richtig angefangen hat und als wäre das nicht schon schlimm genug, wird er auch noch an den idyllischen Badeort Deauville versetzt.
    Deauville ist seine Heimat und obwohl er die Ruhe am Anfang etwas geniesst, ist diese Ruhe in dem Moment vorbei, als am Strand eine abgetrennte Hand abgespült wird: Direkt vor Nicolas' Füße.

    Um ehrlich zu sein: Beim Anfang des Buches, als erzählt wird, wie Nicolas diesen Minister niederschlägt, unabsichtlich.. ich habe wahrlich mit meinem Buch auf dem Bett gesessen und habe geschmunzelt. Eigentlich sollte man ja nicht schadenfroh sein und schon lange nicht, wenn es sich bei dem Buch eigentlich um einen Krimi handelt, aber ein Teil von mir konnte einfach nicht anders.

    Nach diesem mehr oder weniger peinlichen Vorfall wird er in seine Heimatstadt versetzt, auch wenn man dort nicht jeder mit offenen Armen empfängt.
    Als ausgerechnet ihm diese Hand vor die Füße gespielt wird, muss er wohl oder übel mit der dortigen Polizei zusammenarbeiten, wobei ich ehrlich sagen muss, dass mich auch dort wieder das erste Aufeinandertreffen Nicolas' und dem ansässigen Polizeichef zum Schmunzeln gebracht hat.
    Die Ermittlungen laufen anfangs nicht so, wie Nicolas sich das vorstellt, zumal er auch noch dafür sorgen muss, dass es bei dem bald anstehenden Sicherheitsgipfel - bei dem auch sein damaliges Opfer anwesend sein wird - mit rechten dingen zugeht.

    Der Schreibstil hat mir eigentlich ganz gut gefallen und ich hatte sofort das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein, mit Nicolas in Cannes. Durch die Schreibweise des Autor merkt man deutlich, dass er sich in der Gegend auszukennen scheint. Detailgetreu beschreibt er seinen kleinen Küstenort, sodass man das Gefühl bekommt, selbst dort zu sein.

    Viele verschiedene Handlungsstränge führen am Ende von der Gegenwart in die Vergangenheit, wobei ich fast nie das Gefühl hatte, irgendwie in der Vergangenheit stehen geblieben zu sein.
    Meiner Meinung nach hätte man aus Nicolas selbst allerdings noch viel mehr herausholen können, wobei ich in der Hinsicht sehr auf die Nachfolger gespannt bin.
    Da wird hoffentlich auch Julie eine große Rolle spielen, denn die Person, die für Nicolas Zustand verantwortlich ist, indem er sogar den Minister niederschlägt, ohne es zu wollen, blieb für mich selbst einfach.. naja unsichtbar.
    Der Autor hat sie zwar ein paar Mal auftauchen lassen, aber für mich war es einfach nicht lange genug, um in irgendeiner Form eine Beziehung zu ihr aufbauen zu können.
    Zumal ich gerade den Schlusssatz eher unangebracht dafür fand, dass die Protagonistin so lange nur eine wesentliche Rolle gespielt hat.

    Alles in allem, war es zwar ein guter Auftakt, aber meiner Meinung nach wurde das vorhandene Potenzial einfach nicht genug ausgearbeitet. Die Folgebände werde ich aber dennoch lesen, allgemein schon deshalb, um herauszufinden, was es mit der ominösen Julie wirklich auf sich hat.


    Melanie



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