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[Rezension] Der Club der Traumtänzer

Titel: Der Club der Traumtänzer
Autor. Andreas Izquierdo

Roman
Originalausgabe
448 Seiten, Taschenbuch
H19,0 x B12,5 cm

EUR 9,99 [D]
Erstverkaufstag: 01.10.2014
ISBN 978-3-8321-6263-4

Inhalt: "Gabor Schöning sieht gut aus, ist erfolgreich, und die Frauen liegen ihm zu Füßen: Die Welt ist für ihn wie ein großer Süßwarenladen. Außerdem ist Gabor ein Mistkerl. Er schreckt vor nichts zurück, um seine Ziele zu erreichen. Doch dann fährt er mit dem Auto die Direktorin einer Sonderschule an. Und die kennt sich mit Schwererzieh-baren wie ihm bestens aus. Als Wiedergutmachung soll Gabor fünf Sonderschülern Tango beibringen. Das Problem ist nur, dass alle Schüler einen IQ unter 85 und eigentlich keinen Bock auf Tanzen haben. Die Sache gerät außer Kontrolle: Die Kids stellen sein Leben auf den Kopf, sein ärgster Konkurrent wittert die große Chance, ihn aus der Firma zu drängen, und zu allem Überfluss verliebt er sich in eine Frau, die ihm nicht gleich zu Füßen liegt.
Als eines der Tangokids schwer erkrankt, setzt Gabor alles auf eine Karte – er wird diesen Jungen retten, egal, was er dabei aufs Spiel setzt." Quelle: Gabor

Erstmal gilt mein Dank auch schon wie beim vorherigen Buch von Haruki Murakami, dem DuMont Buchverlag, welcher mir das Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Vom Autor habe ich bislang weder etwas gehört, noch etwas von ihm gelesen, daher bin ich diesmal völlig ungezwungen und völlig frei an dieses Werk gegangen.

Gabor ist eigentlich ein Macho, wie er im Buche steht. Er sieht gut aus, bekommt, alles was er will und auch die Frauen, liegen ihm sprichwörtlich gesehen zu Füßen.
Bei einem "Stell dich ein", mit einer Frau, die seinem eigenen Chef nicht unbekannt ist, verursacht er einen Unfall und fährt dabei ausgerechnet die Schulleiterin einer Sonderschule an.
Diese Frau verlangt ihm einiges ab und scheint sich mit Schwererziehbaren - zu denen er zweifelsohne auch zu gehören scheint - bestens auszukennen.
Als Widergutmachung und um einer Schmerzensgeldzahlung zu umgehen, soll Gabor 5 ihrer Schüler das Tanzen beibringen. Gabor sieht darin - von sich selbst überzeugt - kein Problem, bis er die Jugendlichen kennenlernt: Alle haben mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen und haben nicht mal wirklich Lust darauf, sich das Tanzen beibringen zu lassen. Schon lange nicht von einem wie Gabor.

Gabor's Welt gerät völlig aus den Fugen, als er auf die Jugendlichen trifft, welche ihm besonders eines immer wieder vermitteln: Es kommt immer anders, als man denkt.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich Gabor anfangs wirklich für den Macho gehalten habe, der er war und ich ihn für hochnäsig und eingebildet gehalten habe.
Als erfolgreicher Unternehmensberater, welcher sich zudem in der Frauenwelt auch noch sehen lassen kann, liegt ihm förmlich alles zu Füßen und er nimmt sich einfach, was er will. Manchmal wirklich ohne Rücksicht auf Verluste.
Als er die Leiterin einer Sonderschule anfährt, ändert sich sein Leben von jetzt auf gleich, was ihn ziemlich überfordert.
Der erste Kontakt mit seinen Schülern verläuft nicht gerade zu seinem Vorteil und auch sonst gibt es immer wieder Probleme, die sich ihm in den Weg stellen.
Anfangs ist Gabor nicht nur einmal kurz davor, einfach alles hinzuschmeissen, aber die Tatsache, dass die Schulleiterin ihn aufgrund des Unfalls quasi in der Hand hat, macht es ihm fast unmöglich, einfach auszugeben.
Und dann passiert das, womit Gabor nie gerechnet hätte: Er entwickelt Gefühle für die Kinder, springt für sie ein und versucht ihre Probleme zu lösen, auch um seine eigene Vergangenheit zu bewältigen.

Auf den ersten Seiten hatte ich wirklich Mühe, mich in das Buch zu finden. Vielleicht lag es einfach an der Art und Weise, wie Gabor sich bis dahin verhalten hat. Spätenstens, als die Schulleiterin mit ihren Kindern - vor allem Vinnie und Felix hatten es mir angetan - die "Bühne" betreten hatte, war ich im buch gefangen und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Gerade mit Felix verbinden den Leser am Ende etwas, was man nur schwer beschreiben kann, wenn man das Buch nicht selbst gelesen hat.
Das Buch konnte mich zum Schmunzeln, aber auch zum Mitfühlen bringen und auch, wenn ich nun keine Testpassagen daraus preisgeben möchte, konnte ich mich manchmal sogar mit einigen Handlungen der Charaktere identifizieren.
Ich persönlich finde jedenfalls, dass das Buch für mich sehr unterhaltsam war und es gerade jemandem wie Gabor gezeigt hat, was im Leben wirklich wichtig ist und das war es doch, was die Schulleiterin Kathrin Bendig von Anfang an mit ihm im Sinn hatte.
Klare Leseempfehlung.

Melanie

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