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[Rezension] Ihr letzter Sommer

Titel: Ihr letzter Sommer
Autor: Anna Snoekstra
  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (2. Januar 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3959671466
  • ISBN-13: 978-3959671460
  • Originaltitel: Only Daughter
Inhalt: "Im Sommer 2003 verschwindet die 16-jährige Rebecca Winter spurlos. Elf Jahre später greift die Polizei eine junge Rumtreiberin auf, die behauptet, Rebecca zu sein – und der Gesuchten tatsächlich so täuschend ähnlich sieht, dass deren Familie sie mit offenen Armen aufnimmt. Die vermeintliche verlorene Tochter genießt die ungewohnte Zuwendung und schlüpft mit wachsender Begeisterung in Rebeccas Kleider und Leben. Doch je intensiver sie sich mit ihrer Rolle identifiziert, desto tiefer dringt sie in Rebeccas Gefühlswelt vor. Und kommt der tödlichen Wahrheit um ihr Verschwinden immer näher …" Quelle: Becca

Mein Dank gilt an dieser Stelle dem Bloggerportal von Harper Collins. Ich habe dieses Buch von dort als Rezensionsexemplar bekommen und war sehr gespannt darauf.
Diesmal hat mich eher der Klappentext angesprochen. Ich denke, rein vom Cover her hätte ich es vermutlich nicht mitgenommen, wenn ich es im Laden gesehen hätte.

Sommer 2003.
Die damals 16jährige Rebecca verschwindet spurlos. Niemand weiß wo sie ist und die Hoffnung, das junge Mädchen überhaupt lebend wiederzusehen, schwindet mit jedem weiteren Tag, mit jedem weiteren Jahr.
Elf Jahre später greift die Polizei eine junge Frau auf, die Rebecca nicht nur zum Verwechseln ähnlich sieht, sie behauptet sogar, sie ist Rebecca.
Rebeccas Familie nimmt sie sofort mit offenen Armen auf. Endlich scheint die quälende Zeit der Ungewissheit ein Ende zu haben.
Doch mit jedem Tag, den die junge Frau in Rebeccas Leben verbringt, desto tiefer dringt sie wirklich in ihr Leben ein.
So sehr, dass man Ende sogar ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht.

Schon von Anfang an war klar, dass Rebecca nicht Rebecca ist. Die hunge Rumtreiberin sucht einfach einen Weg, um einer Verurteilung wegen Diebstahls und Kreditbetrug zu entkommen. Rebeccas Familie nimmt sie sofort mit offenen Armen auf, glaubt ihr jedes Wort.
Mittels gefälschten Untersuchungsergebnissen oder lückenhaften Erinnerungen, die sie auf ihre Entführung schiebt, gelingt es ihr, ihre Eltern und ihre beiden Bruder auf ihrer Seite zu ziehen.
Manchmal fand ich es schon ein wenig befremdlich, dass sie nie richtige Fragen gestellt haben, sondern es einfach so hingenommen haben.
Klar, die eigene Tochter nach über elf Jahren endlich wieder bei sich zu haben, hat unglaubliche Glücksgefühle auslöst, aber es gab einige Situationen, in denen ich mir selbst gedacht habe, dass es doch auffallen muss, dass das nicht die echte Rebecca ist.

Die Storyline selbst bezieht sich auf beide Rebeccas.
Auf Rebecca Winter, als sie 16 Jahre alt ist und mit ihrem Leben alles andere als zufrieden. Und auf die Rebecca Winter elf Jahre später, die ihr neues Leben in vollsten Zügen geniesst.
Mit jeder weiteren Seite bewegen sich beide Charaktere aufeinander zu, was mir schon sehr gefallen hat.
Aber..
es gibt fast immer ein Aber. So auch leider in diesem Buch.
Manchmal und gerade zum Ende hin hatte ich einfach das Gefühl, dass die Autorin selbst nicht richtig zu wissen schien, wohin genau sie eigentlich möchte.
Sie hat gerade am Ende einen Handlungsstrang eingebaut, den ich so gar nicht nachvollziehen konnte.
Auch das Handeln der Polizei war mir manchmal etwas ... schleiderhaft. Keine wirklichen DNA - Abgleich, weil besagte Hauptprotagonisten ja so sehr Angst vor irgendwelchen Spritzen hat oder was auch immer.
Panikattacken aufgrund der Entführung konnte ich noch nachvollziehen, aber wirklich fast keinerlei ärztlicher Untersuchungen oder etwaige therapeutische Hilfen hat die Arbeit der Polizei schon ein wenig unglaubwürdig erscheinen lassen.
Selbst der ermittelnde Polizist gibt irgendwann genervt auf, da sich Rebecca angeblich an nichts erinnern kann.
Er lässt sie einfach das Leben einer anderen Leben. Einer anderen, von der niemand weiß, was ihr tatsächlich zugestossen ist.

Es lässt sich zwar wirklich flüssig lesen, aber die Handlungen selbst konnten mich leider nicht überzeugen. Zuviele Logikfehler und einer "neuen" Rebecca, die mir einfach so unsympatisch war, dass ich mich oft gefragt habe, warum niemand gemerkt hat, dass die "alte" Rebecca ganz anders war.
Lizzie, Rebeccas beste Freundin aus der Vergangenheit war mir dagegen wirklich sympatisch. Im weiteren Verlauf des Buches merkt man, wie sehr sie noch immer unter dem Verlust ihrer Freundin leidet.
Sie war die Person, um die es mir am meisten leid tat, dass sie so sehr hinters Licht geführt wurde.
Alles in allem kann ich sagen, dass mich das Buch nicht überzeugen konnte, schon lange nicht im Thrillerbereich.
Das Potenzial ist vielleicht vorhanden, aber umsetzen konnte es die Autorin in diesem Fall leider nicht.

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