Last Post ♥

[ Anthologie Interview #2 ] Grumpelview mit Luna Day

Anlässlich der Veröffentlichung einer Anthologie, in der auch eine Geschichte von mir selbst zu finden sein wird, gibt es in der nächsten Zeit einen wahren Grumpelview - Marathon. Das kleine Grumpelchen hatte ordentlich zu tun. Es ist aus seiner Komfortzone gesprungen und hat sich ganz viele tolle Autor*innen in seinen Schrank eingeladen. 
Den Anfang durfte gestern Ophelia machen und heute hat sich das kleine Monsterchen gleich den nächsten Gast gekrallt. 

 
Hallöchen und willkommen in meinem Schrank! Nett hier, oder?
Ich bin das Grumpelchen und wohne hier. Um dich und deine Geschichte ein bisschen besser kennenzulernen, habe ich mir ein paar Fragen überlegt. Hier gilt, alles kann und nichts muss. Wenn du eine Frage nicht beantworten möchtest, überspring sie einfach.
Ich verspreche auch nicht zu grummelig zu sein. Stell dich doch am besten erst einmal ein bisschen besser vor, damit meine Follower auch wissen, wen ich hier überhaupt in meinen Schrank entfüh…. äh, eingeladen habe?

Luna Day schreibt Geschichten, in denen Magie leise zwischen den Zeilen glimmt und Herzen ihren eigenen Weg durch Sternenlicht und Schatten finden. Ihre Welten entstehen aus dem Wunsch, Leserinnen und Leser an Orte zu führen, an denen Träume Gestalt annehmen, Mut wächst und Liebe selbst die dunkelsten Nächte erhellt.
Mit einer Feder voller Fantasie und einem Blick für das Geheimnisvolle erschafft sie
Romantasy‑Erzählungen, die berühren, verzaubern und lange nachhallen.


1. Wie lange schreibst du schon und wer oder was hat dich dazu animiert?

Schon früh hat mich J. K. Rowling zum Schreiben inspiriert. Ihre Art, Welten lebendig werden zu lassen, hat in mir etwas geweckt, das ich nicht mehr losgelassen habe. Vor rund zwanzig Jahren begann ich dann tatsächlich zu schreiben – in einem RPG‑Forum rund um Eragon. Dort entstanden meine ersten Szenen, meine ersten Figuren, meine ersten kleinen Geschichten.
Ironischerweise mochte ich Bücher damals kaum, denn mein LRS machte mir das Lesen schwer. Doch genau deshalb wurde das Schreiben zu meinem eigenen Zugang zur Fantasie: Ich konnte Welten erschaffen, ohne mich durch Seiten kämpfen zu müssen. Ich konnte erzählen, fühlen, gestalten – und irgendwann liebte ich Bücher genauso sehr wie die Geschichten, die ich selbst schrieb.
Heute schreibe ich Fantasy und Romantasy mit Herz, Magie und dem festen Glauben daran, dass Geschichten uns verändern können – egal, wie wir zu ihnen finden.


2. Wie läuft so ein Schreibtag bei dir ab? Brauchst du dafür völlige Ruhe oder hast du Musik im Hintergrund laufen? Machst du dir vorher Notizen zu den jeweiligen Kapiteln? Hast du ein bestimmtes Ritual, was das Schreiben an sich angeht? Grummelst du dabei auch ab und an vor dich hin, wie so ein Grumpeltier das tut?

Ich bin ein Pantser – ich schreibe aus dem Bauch heraus. Eine Idee taucht auf, manchmal ganz leise, manchmal wie ein Blitz, und dann beginne ich zu notieren: ein Anfang, ein Gefühl, ein Konflikt, ein Ende, das sich schon irgendwo in mir formt. Die grobe Struktur trage ich meist im Kopf, aber der Weg dazwischen entsteht erst beim Schreiben selbst.
Zum Schreiben brauche ich Musik. Sie ist mein Kompass, mein Motor, mein Zugang zu Emotionen. Und das Merkwürdige, Magische passiert ständig: Genau die Musik, die ich für eine Szene brauche, findet mich im richtigen Moment. Ein Lied öffnet eine Tür, ein Rhythmus bringt eine Figur zum Leben, eine Melodie legt mir den nächsten Satz in die Hand.


3. Woher hast du die Inspiration für deine Geschichte genommen, die in der Anthologie veröffentlicht werden wird? 

Die Inspiration zu »Sternlosenacht« kam völlig unerwartet. Ich hatte einfach „Sterne“ und ein paar weitere Begriffe eingegeben – und plötzlich war da dieses eine Bild. Ein Funke, ein Gefühl, ein Moment, der sofort eine Geschichte in mir ausgelöst hat. Von da an ging alles schnell: Die Szenen flossen, die Emotionen standen klar vor mir, und die Worte fanden ihren Weg ohne Umwege.
Ohne die damaligen Einschränkungen wäre die Geschichte wahrscheinlich noch viel länger geworden, denn sie wollte wachsen. Aber genau diese Begrenzung hat sie zu dem gemacht, was sie heute ist: konzentriert, intensiv, getragen von dem ersten magischen Bild, das sie entfacht hat.


4. Wie lange hast du für das Schreiben deiner Kurzgeschichte gebraucht?

An einem Morgen setzte ich mich hin, suchte das Bild, das mir nicht aus dem Kopf ging – und da war es. Dieser eine Moment, in dem alles klickt. Ich öffnete mein Dokument und fing einfach an zu schreiben. Ich tippte und tippte, ohne anzuhalten, ohne zu zweifeln. Die Geschichte floss, als hätte sie nur darauf gewartet, endlich erzählt zu werden. Am Nachmittag war »Sternlosenacht« fertig.
Ich ließ den Text ein paar Tage ruhen, atmete Abstand ein, und dann überarbeitete ich ihn mit frischem Blick. Danach ging er an meine Testleserin, deren Kommentare ich sorgfältig eingearbeitet habe. Und schließlich war es so weit: Evola, die Geschichte wurde abgeschickt.


5. Hast du einen Lieblingssautoren oder eine Autorin, von der du einfach alles im Regal haben und lesen musst? Jemanden, der als dein Vorbild eine große Rolle spielt?

Ich liebe die Geschichten von Cassandra Clare, Nahili Singh, Cornelia Funke, Trudi Canavan und Kerstin Gier. Jede von ihnen hat mich auf ihre eigene Weise geprägt: Clare mit ihren komplexen Welten und starken Emotionen, Singh mit ihrer Intensität und Tiefe, Funke mit ihrem unverwechselbaren Zauber, Canavan mit ihren kraftvollen Magiesystemen und Gier mit ihrem Humor und Herz.
Ihre Bücher haben mich begleitet, inspiriert und mir gezeigt, wie unterschiedlich Fantasie sein kann — wild, romantisch, düster, verspielt, magisch, modern. Und all diese Facetten tragen heute ein Stück dazu bei, wie ich selbst schreibe.

6. Wenn du nicht gerade schreibst, womit verbringst du deine Nachmittage? Hast du ein Hobby, welches dir neben dem Schreiben sehr am Herzen liegt?

Wenn ich nicht schreibe, genieße ich die gleichen Dinge wie viele andere auch: Lesen, Schwimmen, Zeit mit meinen Katzen verbringen – und natürlich meine kreative Leidenschaft, das Epoxidharz‑Gießen. In diesen Momenten tanke ich Ruhe, Inspiration und Leichtigkeit.
Das Lesen öffnet mir neue Welten, das Schwimmen klärt meinen Kopf, meine Katzen bringen mich zum Lächeln, und das Arbeiten mit Epoxidharz lässt mich Magie in einer anderen Form erschaffen: glitzernde Dracheneier, Kristalle, kleine Fantasieobjekte, die genauso viel Herz tragen wie meine Geschichten.


7. Wie holst du dich am besten wieder aus einem Kreatief und was rätst du anderen, die sich manchmal darin befinden? 

Ein Tief kann jeden treffen, jederzeit. Niemand ist davor geschützt, und es sagt nichts darüber aus, wie gut oder leidenschaftlich man schreibt. Mein Tipp ist: Versuch es trotzdem. Wenn es heute nicht geht, dann vielleicht morgen wieder. Druck hilft nie, aber ein kleiner Versuch manchmal schon.
Geh raus und lass dich von allem inspirieren – vom Himmel, von Gesprächen, von Geräuschen, von Farben, von Menschen, von Stille. Inspiration versteckt sich oft genau dort, wo man nicht sucht.
Und manchmal hilft es, den Weg zu ändern: Schreib mit der Hand. Das kann eine Blockade lösen, weil der Körper anders arbeitet, der Kopf anders denkt und die Worte anders fließen. Manchmal ist genau das der kleine Trick, der die Tür wieder öffnet.

8. Und als letzte Frage: Ist deine Kurzgeschichte deine erste Veröffentlichung oder hast du bereits Erfahrungen sammeln können?

»Sternenlosenacht« ist nicht meine erste Geschichte. Ich habe bereits drei eigene Werke veröffentlicht und durfte außerdem mehrere meiner Texte in Anthologien unterbringen. Jede Veröffentlichung war ein Schritt, der mich weiter wachsen ließ – als Autorin, als Geschichtenerzählerin, als jemand, der Worte liebt und sie mit anderen teilen möchte.


Social Media
Facebook @LunaDay
Instagram @LunaDay_Autorin
Homepage Lunadayautorin.com



Kommentare