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[ Anthologie Interview #3 ] Grumpelview mit Rosie Lu

Tag drei und das Grumpelchen hat einfach mal eben den Interviewpartner ausgetauscht. Über Nacht hat Luna Day seinen Schrank wieder verlassen und durfte Rosie Lu Platz machen. Sie hatte natürlich auch Kekse dabei und hat sich bei einem kleinen Plausch von ihm löchern lassen. 


Hallöchen und willkommen in meinem Schrank! Nett hier, oder?
Ich bin das Grumpelchen und wohne hier.
Um dich und deine Geschichte ein bisschen besser kennenzulernen, habe ich mir ein paar Fragen überlegt. Hier gilt, alles kann und nichts muss. Wenn du eine Frage nicht beantworten möchtest, überspring sie einfach.

Ich verspreche auch nicht zu grummelig zu sein.
Stell dich doch am besten erst einmal ein bisschen besser vor, damit meine Follower auch wissen, wen ich hier überhaupt in meinen Schrank entfüh…. äh, eingeladen habe?


Hallo Grumpelchen, schön hast du es hier! Mein Name ist Rosie Lu und ich habe die Dreißig vor ein paar Jahren überschritten. Das ist mein erstes Interview, also schau ich mal, was du noch so für Fragen hast, okay? Dann muss ich mir hier nicht irgendetwas aus den Fingern saugen.


1. Wie lange schreibst du schon und wer oder was hat dich dazu animiert?

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, also seit über 25 Jahren. Wow. Das ist eine Menge! Wie genau alles angefangen hat, kann ich nicht sagen, aber ich hatte schon immer eine bunte Fantasie und habe mir Szenarien ausgedacht, die es nie so in der Realität gab. Als Kind habe ich sogar Zeitschriften gezeichnet (hach, das habe ich danach verlernt) und geschrieben, unter anderem zur Serie W.I.T.C.H. Kennst du das?

2. Wie läuft so ein Schreibtag bei dir ab? Brauchst du dafür völlige Ruhe oder hast du Musik im Hintergrund laufen? Machst du dir vorher Notizen zu den jeweiligen Kapiteln? Hast du ein bestimmtes Ritual, was das Schreiben an sich angeht? (Grummelst du dabei auch ab und an vor dich hin, wie so ein Grumpeltier das tut?)

Einen kompletten Schreibtag gibt es bei mir nicht, zumindest nicht, wenn Arbeit im Vollzeitjob ansteht. Dann bin ich froh, wenn ich abends überhaupt drei Wörter tippe. Aber Musik läuft bei mir immer, absolute Ruhe finde ich furchtbar, dabei könnte ich mich nicht konzentrieren. Für fast alle meine Projekte habe ich eine Outline und einen detaillierten Kapitelplan, damit ich mein Ziel vor Augen habe. Trotzdem bietet der Plan genug Raum für Abweichungen und spontane Ideen. Und das sind oft die besten Ideen!

3. Woher hast du die Inspiration für deine Geschichte genommen, die in der Anthologie veröffentlicht werden wird?

Aus dem echten Leben. Wir haben in der Familie vor einiger Zeit über Vorsorgevollmachten gesprochen und ich wollte wissen, wie es sich für ein queeres Paar, das über 30 Jahre zusammen ist, anfühlt, wenn sie dies nicht gemacht haben. Welche Probleme treten auf? Wie reagiert das Personal? Und wie gelingt es der wartenden Person, zu dem geliebten Menschen zu gelangen. So sind Hiro und Mika in meinen Gedanken aufgetaucht. Zu ihrer Geschichte gibt es noch sooo viel mehr zu erzählen und vielleicht teile ich bald eine weitere Kurzgeschichte über ihr Kennenlernen.

4. Wie lange hast du für das Schreiben deiner Kurzgeschichte gebraucht?

Inklusive Outline erstellen, Charakterprofile erarbeiten und die einzelnen Szenen planen ein bis zwei Tage. Sie ist ja wirklich sehr kurz, die Story. 🙂


5. Hast du einen Lieblingssautoren oder eine Autorin, von der du einfach alles im Regal haben und lesen musst? Jemanden, der als dein Vorbild eine große Rolle spielt?

Ich lese viele Autor*innen gerne, obwohl mich nicht jedes Buch überzeugt. Dazu gehören: I. B. Zimmermann (BORIS!), Alexis Hall, T. J. Klune, N. R. Walker, Ju Hex, Sumiko Arai, R. K. Ashwick, B. K. Borison, Jillian Meadows, CG Drews, Sara Raasch, Nina Kay, Ali Hazelwood, Alice Oseman, Hannah Bonam-Young … Die Liste könnte ich endlos weiterführen!


So ein richtiges Vorbild habe ich nicht, aber ich respektiere und bewundere alle Menschen, die einen Roman schreiben und beenden. Das ist harte Arbeit, emotional und manchmal mit Nervenzusammenbrüchen verbunden. Falls möglich lese ich meist queere Geschichten von queeren Autor*innen, um diese zu unterstützen und für mehr Sichtbarkeit und Repräsentation zu sorgen. Genau das möchte ich auch mit meinen Geschichten erreichen.


6. Wenn du nicht gerade schreibst, womit verbringst du deine Nachmittage? Hast du ein Hobby, welches dir neben dem Schreiben sehr am Herzen liegt?

Falls das gerade noch nicht klar wurde: LESEN! Bücher begleiten mich seit meiner Geburt. Erst haben meine Eltern mir vorgelesen und sobald ich selbst lesen konnte, war kein Buch mehr vor mir sicher. Ich lese sehr viel und schnell. Nicht nur Romane oder Novellen, auch Manga, Webtoons, Comics usw. Ich liebe es, in verschiedene Geschichten einzutauchen. Ich liebe es, bei Stories zu weinen (also so richtig, bis ich kaum noch die Buchstaben sehe) und mit den Charakteren zu hoffen und zu bangen.

Ansonsten lerne ich Japanisch und Koreanisch, musste das allerdings pausieren, da der Tag nur eine begrenzte Stundenanzahl hat und ich mich aktuell voll auf die Überarbeitung von Projekt Pinguin konzentriere.

Häkeln mag ich auch sehr oder das Bauen von Lego-Blumen und der Milchstraße 😀


7. Wie holst du dich am besten wieder aus einem Kreatief und was rätst du anderen, die sich manchmal darin befinden? 

– können wir weglassen, dazu habe ich keinen Rat 😀

8. Und als letzte Frage: Ist deine Kurzgeschichte deine erste Veröffentlichung oder hast du bereits Erfahrungen sammeln können?

Vor zwei Jahren ist mein Debütroman Ein Stück aus unserem Leben im Selfpublishing erschienen: ein Adult Contemporary Drama mit Slice-of-Life Vibes und einer MM Musiker Romance über Selbstfindung, Trauerverarbeitung, Mental Health und Neuanfänge. Im letzten Jahr durften zwei kurze Textausschnitte Teil der Anthologie #QueereKüsseGegenRechts von Sophie Edina sein und auch dieses Jahr erscheint ein Text in der Fortsetzung #QueereKüsseUntermMistelzweig. Kann ich alles sehr empfehlen 🥰


Ich hoffe, ich war nicht ganz so grummelig wie mein Ruf und hoffe, dass du mich vielleicht sogar weiter empfehlen möchtest. +hinter vorgehaltener Hand kicher+ Vielleicht treffen wir uns ja auch irgendwann noch einmal wieder, wenn eine neue Veröffentlichung im Raum steht. Getreu dem Motto: Man sieht sich immer zwei mal im Leben. Also dann … Dankeschön, war schön dich kennenzulernen, aber jetzt muss ich das tun, was ein Grumpelchen am besten kann. Vor sich hin grummeln und Kaffee trinken! Bis dann! +aus dem Schrank schieb und Tür schließ+

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