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[Bloggeraktion] #WritingFriday - Sternenhimmel

Heute möchte ich euch wieder mit zu einer Bloggeraktion nehmen, bei der ich bislang ja regelmässig versagt habe.
Schande über mein Haupt.
Ich schreibe zwar in letzter Zeit verhältnismässig viel, egal ob Tagebuch oder kleinere Geschichten, aber nichts, was als Thema bei Elizabeth vorgegeben ist. Ich muss das echt wieder dringend ändern. :/

Dem Writing Friday, den Elizzy von readbooksandfallinlove ins Leben gerufen hat, findet ihr auf ihrem Blog. .


Sie gibt monatlich ein paar Themen vor, zu denen man etwas schreiben kann. 
Ein Hauptthema oder mehrere Unterkategorieren.
Wenn ihr auch dort mitmachen möchtet, dann schaut doch einfach bei ihr vorbei. 

Die Regeln im Überblick
  • Jeden Freitag wird veröffentlicht
  • Wählt aus einem der vorgegeben Schreibthemen
  • Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben
  • Vergesst nicht den Hashtag #WritingFriday und den Header zu verwenden
  • Schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch!
  • Habt Spass und versucht voneinander zu lernen
Die Themen im September

Ich habe mich diesmal für eine Geschichte mit vorgegebenen Worten entschieden.

Zaubertrank, entdeckt, Bergkette, verborgen, Sternenhimmel


Beatrix! Hast du schon wieder heimlich versucht einen Zaubertrank zu brauen?” 
Die Stimme der Oberin drang schrill an meine Ohren. 
Wie automatisch zog ich den Kopf etwas ein. 
Ja, ich hatte es tatsächlich versucht und das auch nicht zum ersten Mal. 
Warum sie mir jedes Mal wieder auf die Schliche kam, war mir allerdings ein Rätsel.
Ich achtete penibel darauf nicht entdeckt zu werden und hatte versucht alle Spuren zu verwischen, die auf mich hindeuten konnten.
Nur langsam trat ich einen Schritt näher, nachdem sich die Tür zu meinem Zimmer geöffnet hatte.
Die Stimme der Oberin war über den gesamten Flur hinweg zu hören und war mir bereits jetzt durch Mark und Bein gegangen.
Als sie direkt vor mir stand, hatte ich das Gefühl, allein durch ihren Blick fünf Zentimeter kleiner zu werden. 
“Oberin, ich…”, begann ich erst, wurde jedoch durch ihr “Schweig!”, direkt wieder am Weiterreden gehindert. 
Eingeschüchtert trat ich einen Schritt zurück. 
“Beatrix.”, Als sie meinen Namen aussprach klang ihre Stimme schon wieder etwas weicher. 
“Ja?” Fragend hob ich meinen Blick wieder etwas, musterte die ältere Frau vor mir etwas. Ihre Hände waren in den Taschen ihres weiten Mantels verborgen und trotzdem wirkte sie gerade extrem bedrohlich auf mich.
“Ich will dir nichts böses, das weisst du. Ich möchte nur nicht, dass jemand unser Dorf entdeckt. Verstehst du?”, 
Langsam nicke ich, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich wirklich verstehe, was sie meint.
“Ich wollte doch nur .. ich lebe schon so lange hinter dieser Bergkette. Quasi im Dunkeln. Ich war noch nie weg und ich habe noch nie den Sternenhimmel gesehen. Ich dachte, vielleicht klappt das mit einem Zaubertrank und ich kann wenigstens ein bisschen von den Stern sehen.”, versuche ich mich zu erklären, auch wenn ich im Nachhinein selbst merke, wie blöd das eigentlich klingt.  
Im ersten Moment vernehme ich nichts weiter als das Seufzen, das die Lippen der Oberin verlässt.
“Komm mit.”
Zu mehr fordert sie mich nicht auf und dennoch bin ich im ersten Moment nicht in der Lage, mich von der Stelle zu bewegen.
“Muss ich jetzt.. muss ich .. schmeissen sie mich jetzt raus?”, will ich leise wissen, blicke auf ihren Rücken, nachdem sie sich inzwischen in Richtung Tür gewandt hat. 
“Raus schmeissen? Wie kommst du denn auf die Idee?”
Überrascht dreht sie sich wieder zu mir um, mustert mich etwas. 
“Naja, jeder .. hier im Ort kennt die Geschichte oder die Gerüchte um Ekarius und sein Verschwinden. Die Gerüchte um seinen Rauswurf.”, antworte ich leise, senke meinen Blick wieder zu Boden. 
In den Gerüchten heisst es, Ekarius hätte ebenso versucht, sich einen Zaubertrank zu brauen, um der Bergkette zu entkommen und wäre dabei auf mysteriöse Weise verschwunden. Oder verstoßen wurden, von ihrer aller Vorfahren.
“Beatrix. Sieh mich an.” zu meiner eigenen Überraschung klingt die Stimme der Oberin in diesem Moment fast schon sanft und liebevoll.
Langsam hebe ich meinen Blick wieder, bleibe jedoch auch diesmal eingeschüchtert vor ihr stehen.
“Ich werde dich nicht raus schmeissen. Ich kann dich verstehen. Ich war genauso wie du und ich habe einen Weg gefunden, den Sternenhimmel zu sehen, ohne die Bergkette zu verlassen.”
Verwirrt sehe ich sie an, lasse mich von ihr schließlich in ihre eigenen Gemächer führen. Unsicher darüber, was ich hier soll, folge ich ihr einfach. Auch hinauf aufs Dach. 
Durch eine kleine versteckte Tür hinter einem ihrer Kleiderschränke gelangen wir aufs Dach. Allein von hier finde ich die Ansicht atemberaubend schön, auch wenn ich noch nie hier gewesen bin.
“Wie.. soll ich denn von hier die Sterne sehen?”, frage ich leise nach. Fast vollständig sind wir von Dunkelheit umgeben. Lediglich die kleine Lampe, die sie mitgenommen hat, erhellt ein wenig das Dach.
“Komm mit.”, fordert sie mich erneut auf, läuft in Richtung eines kleines Häuschens, dass ich bislang noch gar nicht bemerkt habe. 
Zögernd folge ich ihr, trete ins Innere, nachdem sie mir den vortritt gelassen hat.
“Was ist das?”, frage ich sofort überrascht nach, als mein Blick auf das Monstrum fällt, dass sich in der Mitte des Raumes befindet und mit einem Teil aus dem Dach der kleinen Hütte ragt.
“Ein Teleskop.”, erhalte ich die prompte Antwort, die mich jedoch nur verwirrt.
“Ein was?” Irritiert wende ich meinen Blick wieder zu der älteren Frau.
“Ein Teleskop.”, wiederholt sie ihre Worte, während sie auf das Monstrum zutritt und es mit ein paar Handgriffen scheinbar irgendwie einstellt.
“Komm her. Sieh durch.”, fordert sie mich erneut auf und streckt ihre Hand nach mir aus. Ebenso zögernd, wie ich ihr vorhin gefolgt bin, trete ich näher, stelle mich so hin, dass ich einen Blick durch die Linse werfen kann.
Was ich zu sehen bekomme, verschlägt mir fast den Atem. 
Hoch über der letzten Bergkuppe erstrahlt eine kleine, gelbe Kugel in einer solchen Größe, dass ich kaum glauben kann, was ich sehe.
Umgeben von vielen, funkelnden Sternen erhellt sich der Himmel so sehr, dass es mich fast blendet.
“Das ist.. wunderschön.”, höre ich mich leise flüstern, nehme ihre Hand auf meiner Schulter nur am Rande war.
“Wann immer du den Sternenhimmel sehen möchtest, kannst du hier her kommt. Aber versprich mir, dass du es nicht noch einmal mit einem Zauberspruch versuchst!”, spricht sie mich leise an.
Für einen Moment habe ich das Gefühl, ihre Stimme wäre fast schon flehend, würde fast brechen.
“Danke!”, gebe ich schließlich von mir und falle ihr reflexartig um den Hals. Ich weiß, das es sich eigentlich nicht gehört, die Oberin zu umarmen, aber momentan bin ich ihr einfach nur dankbar.
Dankbar dafür, dass sie mir einen meiner größten Wünsche erfüllt hat und mich den Sternenhimmel sehen lässt.

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