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[Rezension] Lou Bihl - Ypsilons Rache


  • Herausgeber ‏ : ‎ Unken-Verlag; 1. Edition (28. Februar 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 289 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3949286004
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3949286001

Inhalt: "Freundschaftlich geschieden, zwei erwachsene Töchter, Erfolg im Beruf und bei Frauen – keine schlechte Bilanz, wäre da nicht das Gefühl, im falschen Körper zu stecken. „Transtendenzen“ nennt Kris seine Transsexualität, die er nur sporadisch und im Verborgenen auslebt. Mit Mitte Fünfzig beginnt der Pathologie-Professor ein Sabbatjahr, um endlich seine Identität zu finden und sich zu entscheiden, wie weit er Innen und Außen zum Einklang bringen will.

Doch seine männliche Biologie bremst ihn brutal aus, als ihn bei einer Routineuntersuchung eine niederschmetternde Diagnose überrascht: Prostatakrebs. Zwischen Coming-Out und Therapiewahl hin-und hergerissen, bricht Kris zu einer Reise auf, um Klarheit in sein Seelenchaos zu bringen.

Der Road-Trip beschert Kris überraschende und gegensätzliche Erfahrungen: den perplexen Bruder, einen überraschend feindseligen Studienfreund, Unterstützung seiner Transidentität durch ein Escort-Girl, das zur Freundin wird. Vor allem die Begegnung mit Chloé, die früher Leopold hieß, wirbelt seinen Kosmos durcheinander. Sie schenkt ihm als Mentorin, in die er sich obsessiv verliebt, eine Perspektive der Hoffnung, bis ein einschneidendes Ereignis erneut alles ändert.

Ypsilons Rache ist ein Plädoyer für Diversität und macht in der turbulenten Innenschau eines transidenten Menschen deutlich, dass das Selbst nicht primär von den Chromosomen bestimmt wird." Quelle: Ypsilons Rache


Für dieses Buch danke ich der Buchagentur Literaturtest, die so freundlich war, es mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung stellen. Die richtigen Worte für diese Rezension zu finden, ist mir unglaublich schwer gefallen, aber ich möchte euch trotzdem ein wenig darüber erzählen.
Das Thema des Buches hat mich sofort angesprochen, auch wenn ich gestehen muss, dass ich es wahrscheinlich nicht gekauft hätte, wenn ich es rein vom Cover her in der Buchhandlung gesehen hätte.
Und doch steckt hinter diesem unschenbaren Cover soviel mehr, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Der Pathologe Kristian Stark plant in seinem Sabbatjahr nicht nur ein Buch schreiben, sondern auch einen Neustart für sich selbst. Sein Coming Out als Transfrau steht kurz bevor und das Thema beschäftigt ihn schon länger.
Obwohl er bereits verheiratet war und auch zwei wunderbare, erwachsene Kinder hat, fühlt er sich nicht als das, was er zu sein hat: Ein Mann. Doch dann erhält er niederschmetternde Diagnose Prostatakrebs und all seine Pläne geraten in Gefahr. Er wird mit Gefühlen, Emotionen und Gedanken konfrontriert, von denen er selbst nicht wusste, dass er sie überhaupt in sich hat.

Kristian Stark sehnt sich danach, als Kristina zu leben und vor allem danach, dieses Gefühl auch ausleben zu können. Er sehnt sich nach der Person, die schon so lange in seinem Inneren schlummert.
Er begibt sich auf eine Reise zu sich selbst, die zu mehr Selbstfindung führen soll. Wenngleich er damit auch Freunde und Familie schockt.
Unverstanden von ihnen führt ihn eine seiner ersten Reise nach Hamburg. Er verliebt sich in Chloe, die früher mal Leopold hieß und ein Gefühl der Hoffnung in ihm weckt, an dem er sich festhalten kann.
Bis das Leben sich erneut einmischt und ein Diagnose alles zerreisst, was er sich bislang aufgebaut oder erträumt hat.

Der Inhalt des Buches konnte mich wirklich überraschen. Ich habe nichts erwartet und doch etwas bekommen, was viel Mut, Emotionalität und Selbstfindung enthält.
Etwas, dass dsa Leben eines Mannes in Frage stellt. Seine bisherigen Gefühle und Gedanken durcheinander bringt und in ein anderes Licht stellt, als er es gewillt ist, an die Öffentlichkeit zu lassen.
Ich werde nie in diese Situation kommen, die der Autor beschreibt, aber ich konnte ihm trotzdem genug Empathie entgegen bringen, um ihn verstehen zu können.
Jeder von uns ist doch irgendwann in seinem Leben an einem Punkt, an dem er auf der Suche nach sich selbst ist, oder nicht?
Kris ist es auf ganz besondere Art und Weise und all das, was er erlebt und erzählt, macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem.
Überraschende Wendungen, viele Emotionen und Gefühle einer unglaublich starken Persönlichkeit haben das Buch zu einer von den Geschichten gemacht, die man nicht so schnell vergisst.
Von mir gibt es für diese Geschichte, die so ganz anders ist, als man es auf den ersten Blick erwartet, eine klare Leseempfehlung.

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