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[Rezension] Die Nacht der Zugvögel

Titel: Die Nacht der Zugvögel
Autor: Franziska Fischer

Klappenbroschur, Droemer HC
01.09.2015, 384 S.

ISBN: 978-3-426-28122-2
Diese Ausgabe ist lieferbar

Inhalt: " Mit "Die Nacht der Zugvögel" hat die Autorin Franziska Fischer einen bild-gewaltigen, zarten und poetischen Liebes-Roman geschrieben, der seinesgleichen sucht. "Ein berührender Roman über Aufbruch und Ankommen" urteilt die Zeitschrift Freundin.
Erinnern Sie sich, wann Sie das letzte Mal einen Brief geschrieben haben? Einen richtigen Brief? Also keine SMS, kein Facebook-Post, keine Whats-App-Message?

Die Protagonistin Viola schreibt Briefe, die ihr Leben verändern. Alles beginnt in einer Nacht in Berlin. Genau genommen beginnt alles mit den wenigen Stunden, die sie und Leo miteinander teilen. Die beiden kennen sich nicht, sind Fremde, doch dann passiert das, was wir gemeinhin als Magie oder Schicksal bezeichnen. Manchmal auch als Zufall. Denn Violas Zug fällt aus, sie strandet in Berlin auf ihrer Reise von London in ihr Heimatdorf und braucht ein Dach über dem Kopf. In Leos WG steigt eine Party, und er lädt Viola ein, die Nacht bei ihm zu verbringen. Am nächsten Morgen verlässt Viola Leos Wohnung. So, als hätte die Begegnung keinen Eindruck hinterlassen. So, als wäre nichts passiert.
Doch dann beginnt sie, Leo zu schreiben. Sie erzählt, warum sie in Berlin gestrandet ist, dass sie seit acht Jahren nicht mehr bei ihrer Familie war und nun zur Beerdigung ihrer Schwester nach Hause fährt.
Vor zehn Jahren ist ihre Schwester Lara verschwunden. Spurlos. Und seitdem ist Viola haltlos. Sie schickt ihre Worte an Leos Adresse. Aber die Briefe erreichen ihn nicht. Denn auch er hat eine Reise angetreten. Quer durch Deutschland - von Berlin über Rügen nach München -, immer weiter weg, und mit jedem Kilometer kommt er sich selbst ein Stück näher. Eines Tages, nach vielen Stunden auf der Straße, nimmt er ein Papier zur Hand und schreibt einer Frau, mit der er nur eine Nacht verbracht hat ..." Quelle: Die Nacht der Zugvögel

Vor einiger Zeit, vor langer Zeit hat mir die liebe Hanne von Lesegenuss mal wieder ein Buch zukommen lassen. Dem Verlag danke ich zudem auch, dass ich dieses Buch nun rezensieren durfte.
Erst habe ich ewig gebraucht, um es zu lesen und nun habe ich fast genauso lange gebraucht, um eine Rezension darüber zu schreiben.
Eigentlich müsste ich auch noch was anders schreiben, was mir sehr am Herzen liegt, aber irgendwie.. habe ich da gerade keinen Kopf für.
Lest selbst, wie mir dieses Buch gefallen hat.


Wirklich viel werde ich auch hier nicht zum Klappentext sagen, denn ich denke, weiter oben ist bereits alles gesagt und ich muss ja nicht noch mal extra wiederholen, was dort steht.
Ich habe mir vorher keine anderen Rezensionen zu dem Buch durchgelesen und bin völlig unvoreingenommen an dieses Buch gegangen.

Der Schreibstil war für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Nicht, dass er schlecht war, eher im Gegenteil. Ich kann nicht mal genau sagen, woran das gelegen hat.
Der Roman beschreibt jede Art von Beziehnungen miteinander. Freundschaft, Geschwister, Liebe.. jede Beziehungsart wird ein wenig genauer beleuchtet.
Zwischen Viola und Leo beginnt alles mit einer Begegnung in Berlin. Diese kleine und recht kurze Begegnung reicht jedoch aus, um beiden die Chance zu geben, über Veränderungen nachzudenken.
Die Leute, die beiden in den Wochen darauf in ihrem Leben begegnen, führen sie ebenso dazu, über das eigene Leben nachzudenken.
Haben sie sich richtig entschieden? Haben sie die richtige, berufliche und vor allem auch private Bahn eingeschlagen?

Der Storyverlauf selbst wird von beiden erzählt. Viola nimmt den Leser mit zur Beerdigung ihrer Schwester. Erst nach und nach erfährt man, was genau mit Violas Schwester passiert ist und auch, wie Familie und Freunde mit diesem Schicksalsschlag umgehen.

Leo ist hingegen auf der Suche nach dem Bruder seiner Mitbewohnerin, der spurlos verschwunden zu sein scheint. Auf einer Irrfahrt mit seinen Freunden, wird Leo klar, dass er nur dann etwas ändern kann, wenn er es selbt auch wirklich will.

Viola schreibt in diesen Wochen der Veränderungen Briefe an Leo, welche sie an seine Adresse schickt. Sie erzählt davon, was sie dazu gebracht hat, in Berlin zu stranden. Davon, was ihr im Leben eigentlich wirklich wichtig ist.
Aber warum antwortet Leo nicht? Hat er die Briefe überhaupt erhalten?
Viola kann nicht wissen, dass sich Leo ebenfalls gerade auf der Reise seines Lebens befindet.

Ich fand es wirklich gut, die beiden auf ihre Reise zu begleiten. Auch, wenn das Buch manchmal etwas langatmig erschien, konnte es mich fesseln.
Ein Roman, der selbst mich zum Nachdenken bringen konnte.
Ein Roman, der berührt.
Ein Roman, der Melancholie hinterlässt.

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