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[ Writing Prompt ] Glückssymbole

Heute habe ich auch wieder eine kleine Geschichte für euch, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Ich habe mich wieder für den Newsletter vom Wreaders Verlag beworben und auch, wenn ich diesmal nicht gewonnen habe, möchte ich euch die Geschichte zeigen.
Oder vielleicht auch gerade deswegen. 
Die Gewinnergeschichte ist übrigens megatoll geworden, ich liebe sie sehr. ♥️ 

Hier nun aber meine Geschichte und die dazugehörige Vorgabe. 

Schreibe eine Geschichte von ca. 500 bis 1000 Wörtern, welche folgende Wörter beinhaltet:

- Marshmellow
- Telefon
- giftig
- Vergangenheit

Geschafft lasse ich mich nach einem Treffen mit meiner Mutter auf das Sofa in meiner Wohnung sinken. Obwohl ich sie liebe und gerne Zeit mit ihr verbringe, verlangen mir die Treffen mit ihr in letzter Zeit einiges ab. 
Vor allem auf emotionaler Ebene. Seitdem ich mich vor über einem Jahr von meinem damaligen Freund Gerrit getrennt habe, kann sie die Vergangenheit einfach nicht ruhen lassen. 
Gerrit, der Traumschwiegersohn, mit dem sie mich bereits vor dem Altar gesehen hat. Gerrit, mit dem ich in ihrer Vorstellung mindestens zwei Kinder habe. Gerrit, den ich verlassen habe, weil meine Gefühle für ihn einfach nicht mehr ausgereicht haben, um den Rest des Lebens mit ihm verbringen zu können. 
Und das ich schon längst wieder jemanden kennengelernt habe, habe ich ihr im Gegenzug auch direkt verschwiegen. 
Ich habe Matteo kennengelernt, als wir beide im Supermarkt gleichzeitig nach der letzten Packung Marshmallows gegriffen haben. Um meinem Neffen eine Freude zu machen, habe ich ihm Zelten auf einem nahegelegenen Zeltplatz versprochen. Mit Lagerfeuer, Grillen von Marshmallows und allem, was sonst noch dazugehört. 
Im ersten Moment habe ich ihm die Packung überlassen wollen, aber schließlich haben wir uns bei einer Tasse Kaffee darauf geeinigt, einfach gemeinsam zu zelten. 
Matteo hat einen kleinen Wohnwagen auf dem Zeltplatz und mir angeboten, vor diesem zu zelten und das Lagerfeuer dort zu veranstalten. 
In nicht mal zwei Stunden werde ich mich wieder auf den Weg machen, um noch vor Eintritt der Dunkelheit mit Nils am Wohnwagen sein zu können. Ein paar Minuten lang gestattet ich mir den Luxus und schließe meine Augen. Ich kann nicht verhindern, dass ich Matteo vor meinem Inneren Auge erblicke und ich freue mich regelrecht aus das Treffen mit ihm. Gefühle, die ich schon viel zu lange nicht mehr gespürt habe, durchströmen mich und ich genieße jedes einzelne davon. 
Als das Telefon klingelt, zucke ich erschrocken zusammen und weiß im ersten Moment gar nicht, wo das Klingeln überhaupt herkommt. 
Erst nach ein paar Augenblicken erhebe ich mich und greife nach dem Telefon, dass auf dem gegenüberliegenden Sessel weiterhin klingelt. 
"Huber?", melde ich mich knapp und lächele automatisch, dass ich die Stimme meines Neffen vernehme. 
"Mara? Der Ben hat gesagt, das Marshmallows giftig sind. Stimmt das?" Seine aufgeweckte Stimme bringt mich zum Schmunzeln und ich lasse mich wieder auf die Couch sinken. 
"Nein, Nils. Das sind sie nicht. Wie kommt Ben denn darauf?", frage ich nach, lege die Beine auf dem Tisch vor mir ab. 
"Weil wir die ins Feuer machen. Und Feuer ist gefährlich und macht die Mallows giftig, sagt Ben." 
"Was hälst du davon, wenn du Ben fragst, ob er mitkommen möchte. Dann können wir ihm das Gegenteil beweisen.", schlage ich vor und schicke Matteo mit dem Handy gleichzeitig eine Nachricht, ob das überhaupt okay ist. 
"Das mache ich! Bis dann, Tante Mara!" Noch bevor ich reagieren kann, hat Nils aufgelegt und ich höre nur noch ein Tuten am anderen Ende der Leitung. 
Lachend lege ich das Telefon an die Seite und erhebe mich, um mich ein paar Sachen zusammen zu packen, ehe ich mich auf den Weg zu meinem Neffen mache. 
Stunden später steige ich mit Nils und Ben vor dem Campingplatz aus dem Auto. Ben wird nur eine Nacht dabei sein und sich das Zelt mit Nils teilen, sodass ich meines für mich alleine habe. 
Umso weiter wir in Richtung des Wohnwagens gehen, umso mehr erhöht sich mein Herzschlags. In den letzten Tagen habe ich oft mit Matteo geschrieben und auch telefoniert, bin ihm näher gekommen. Ich war sogar schon im Vorfeld auf dem Campingplatz, um den Platz in Augenschein zu nehmen. 
Als ich Matteo erblicke, legt sich automatisch ein Lächeln auf meine Lippen. 
"Hallo, ihr drei.", begrüßt er uns direkt. Während die Jungs den Wohnwagen und den Zeltplatz davor erkunden, zieht er mich in eine Umarmung. 
"Schön, dass du da bist, Mara.", flüstert er mir ins Ohr und während ich seinen Geruch einatme, hin ich mir sicher, dass sich der Ausflug für mich definitiv lohnen wird. Und Marshmallows in Zukunft mein persönliches Symbol des Glücks sein werden. 

Kommentare

  1. Deine Geschichte gefällt mir wirklich gut:) Weißt du, welche Geschichte gewonnen hat?

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