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[Rezension] Nachtblumen

Titel: Nachtblumen
Autor: Carina Bartsch

  • Taschenbuch: 544 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (23. Juni 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499291088
  • ISBN-13: 978-3499291081
Inhalt: "Auf jede Nacht folgt ein Tag

Das Leben könnte so einfach sein. Wäre es manchmal nicht so verdammt schwer. Jana schläft am liebsten unter dem Bett. Collin friert gerne. Jana wünscht sich vertraute Menschen um sich herum. Collin möchte mit anderen Leuten nichts zu tun haben. Auf Sylt begegnen sich die beiden in einem Wohnprojekt und leben für die nächsten zwei Jahre Zimmer an Zimmer. Da ist eine Mauer, die sie trennt. Und eine Tür, die sie verbindet.

Nach den Bestsellern «Kirschroter Sommer» und «Türkisgrüner Winter» erzählt Carina Bartsch hier eine sehr berührende Liebesgeschichte zwischen zwei Außenseitern: gefühlvoll, authentisch, atmosphärisch." Quelle: Nachtblumen

Oh, habt ihr eigentlich eine Ahnung, wie lange ich um dieses Buch geschlichen bin? Über Facebook ist mir das Buch das erste Mal begegnet. Natürlich sind mir die beiden Romane "Kirschroter Sommer" und "Türkisgrüner Sommer" der Autorin auch ein Begriff, auch wenn ich zu der Minderheit gehöre, die die beiden Bücher nicht gelesen hat.
Jedenfalls fand ich das Cover bei Facebook von Anfang an toll und ich bin so lange an dem Buch vorbeigelaufen in meinem heimischen Thalia. Bis es mich plötzlich persönlich an den Ohren in den Laden gezogen hat und leise geflüstert hat "Kauf mich, bitte bitte, kauf mich doch endlich!", 😂
Da konnte ich einfach nicht mehr "Nein" sagen. *lach*
Lest hier, was ich von dem Buch gehalten habe und ob es meine Erwartungen wirklich getroffen oder vielleicht sogar übertroffen hat.


Der Schreibstil der Autorin hat mir wirklich gefallen. Carina Bartsch schreibt nachvollziehbar und auch die Charaktere sind sehr ausgereift. Sie wachsen im Laufe der Geschichte durchaus über sich hinaus.
Gerade Jana hat eine Verwandlung vorgenommen, die mir eigentlich ganz gut gefallen hat. Sie ist anfangs ein sehr schüchterner Mensch, der auf Sylt ein neues Leben beginnen soll.
Nach einer schwierigen Vergangenheit und dem Tod ihrer Eltern landet sie bei dem Ehepaar Völkner, dass, neben ihr, auch schon ein paar andere Jugendliche bei sich aufgenommen haben.
Das Ehepaar will diesen Jugendlichen, die alle aus schwierigen Verhältnissen stammen, ein neues Leben ermöglichen, in dem sie ihnen Ausbildungsplätze anbietet.
Jana bekommt so einen Ausbildungsplatz und lernt dort, sich nicht nur mit ihrer Zukunft, sondern auch mit ihrer Vergangenheit auseinander zu setzen.

Mit Collin als ihren persönlichen Gegenpart lernt sie einen Menschen kennen, der fast noch zurückhaltender zu sein scheint als sie. Er malt sehr viel, redet kaum und scheint nur bei Jana nach und nach aufzutauen. Momente, in denen die beiden sich näher kommen, kommen häufiger vor. Nach und nach entwickelt sich aus dem einfachen Interesse eine tiefe Verbundenheit, die auch zarte Gefühle entstehen lässt.
Ich fand es manchmal wirklich einfach nur ... ja, fast schon niedlich, wie scheu die beiden miteinander umgegangen sind. Wie sie sich annähern und wieder entzweien und einfach merken, dass sie nicht richtig ohne einander können.

Mein persönlicher Lieblingscharakter war jedoch die Psychologin Dr. Thea Flick. Sie unterstützt Jana und versucht ihr nicht nur als Ärztin eine Hilfe, sondern ihr auch eine Freundin zu sein.
Sie erschien mir als sehr herzensguter Mensch, der sich wirklich auf Jana - und auch auf Collin und ihre anderen Patienten - einlässt, sich wirklich für sie interessiert.

Zum Ende passiert etwas eher ungewöhnliches. Anfangs, als ich die ersten Zeilen nach diesem "Ereignis" gelesen habe, konnte ich die Reaktionen der Charaktere, inbesondere die Reaktion Collins, einfach nicht richtig nachvollziehen.
Als dann jedoch die Aufklärung kam, warum er so ist, wie er ist, war mein Gedanke einfach nur ein "Ach, Collin...", und ich wollte nichts mehr, als ihn in den Arm nehmen.
Ich fand es toll, wie die Autorin Jana hat reagieren lassen. Sie hat emotionale Momente geschaffen, die man einfach lieben muss.
Momente, die emotinal waren.
Momente, die zum Nachdenken angeregt haben.
Momente, die die Charaktere noch liebenswerter gemacht habe, als dass sie das eigentlich eh schon waren. Jeden einzelnen von ihnen.

Ich kann Carina Bartsch lediglich dafür danken, dass sie es auf ihren 544 Seiten geschafft hat, dafür zu sorgen, dass ich das Buch in jeder freien Minute in dieser Woche in die Hand nehmen musste.
Alleine heute habe ich die letzten 250 Seiten, die ich noch übrig hatte, regelrecht verschlungen.
Meiner Meinung nach ein Buch mit allen Höhen und Tiefen, wie man es sich als Leser nur wünschen kann.
Was bleibt mir da anderes übrig, als eine klare Leseempfehlung auszusprechen?


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