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[Aktion] Schon ein Loch im Bauch XII

Hallo meine Lieben,

heute ist es mal wieder Zeit für ein Interview und anlässlich meiner Aktion "Schon ein Loch im Bauch?", habe ich diesmal Sabine Maier interviewt.
Schon vor ein paar Tagen habe ich ihr Buch "Mann auf Knopfdruck" rezensiert und ihr gleich danach eine Anfrage für ein Interview geschickt,
 Sabine war - laut eigener Aussage xD - so todesmutig und hat sich den Fragen gestellt.

Hallo Sabine,

erstmal vielen lieben Dank, dass du dich dazu bereit erklärt hast, mir ein paar Fragen zu beantworten.
Stell dich doch bitte erst einmal in ein paar Sätzen vor, damit meine Leser auch wissen, mit wem sie es überhaupt zu tun bekommen, bevor ich damit beginne, dir ein paar Löcher in den Bauch zu fragen.


Wer bin ich? Auch wenn Namen Schall und Rauch sind, meiner lautet Sabine Maier. Ja, ich weiß, das ist kein Name, sondern ein Sammelbegriff ;) Trotzdem habe ich unter diesem Namen bis jetzt vier Romane veröffentlicht. Schreiben war immer schon meine Leidenschaft. Hauptberuflich arbeite ich aber als Life Coach. Aus dieser Tätigkeit heraus entstand mein bislang einziger spiritueller Roman, die anderen drei veröffentlichten Bücher sind ganz "normale" Liebesromane. Diese gehen demnächst in Neuauflage, dann aber unter dem Pseudonym Sara Lea Fuentes als kleine Hommage an meinen verstorbenen Großonkel Hilario Fuentes Mendoza, ebenfalls ein leidenschaftlicher Schreiberling).

1. Wann hast du mit dem Schreiben angefangen und wer oder was hat dich dazu animiert?
Das Schreiben liegt bei uns in der Familie und im Blut von Seiten meines Vaters. In dieser Stammbaumlinie hat so ziemlich jeder immer geschrieben, von Gedichten bis hin über Reiseerzählungen. Dass ich dieses Gen mitbekommen habe, fiel meinen Deutschlehrern in der 5./6. Klasse zuerst auf. Ich solle doch bitte nur Aufsätze schreiben, ermahnten sie mich immer, und keine Romane!


2. Hast du schon einige der Orte besuchen können, die du in deinen Bücher beschreibst? Wenn ja, welcher ist dir dabei besonders in Erinnerung geblieben und warum?
In meinen Roman wird es meist nicht namentlich erwähnt, ich habe aber als Location immer München im Hinterkopf, das von mir aus gesehen ca 50 km entfernt liegt. Ich liebe diese Stadt, auch wenn ich mich dort immer heillos verfahre. Italien war früher fast meine 2. Heimat. Was Venedig betrifft, habe ich diese traumhafte Stadt - ganz im Gegensatz zu meiner Julia in "Mann auf Knopfdruck" schon in voller Pracht vor Jahren genossen. Einfach unvergesslich! Den Schauplatz meines neuen Romans, an dem ich derzeit schreibe, ist New Orleans. Das steht allerdings noch auf meiner Wunschliste der Orte, die ich unbedingt mal sehen möchte.

3. Wie läuft so ein Schreibnachmittag bei dir ab? Brauchst du dafür völlige Ruhe oder hast du Musik im Hintergrund laufen? Machst du dir vorher Notizen zu den jeweiligen Kapiteln? Hast du ein bestimmtes Ritual, was das Schreiben an sich angeht?
Absolute Ruhe beim Schreiben brauche ich nicht, im Gegenteil. Im Sommer schreibe ich gerne im Straßencafé, das Geschnattere der Leute ringsum finde ich dabei ziemlich angenehm. Zuhause läuft bei mir im Hintergrund meist leise Musik, die ich häufig an die aktuellen Schreibsequenzen anpasse: mal "wild", mal soft, zum In-Stimmung-Kommen. Bevor ich meine Romane anfange zu schreiben, mache ich mir nur einen groben Handlungsablauf im Gesamten, nicht nach Kapiteln. Während des Schreibens verselbstständigen sich bei mir ohnehin immer Handlung und/oder meine Figuren, die Arbeit kann ich mir also sparen. Ritual beim Schreiben habe ich weniger, allerdings davor: Kaffee machen, Tel/Handy auf lautlos, Hund nochmal rauslassen und dann kann's losgehen!

4. Hast du selbst einen Lieblingsautor oder ein Lieblingsbuch?
Einen absoluten Lieblingsautor habe ich nicht, aber ich liebe Paulo Coelho und Stephen King. Bei den Büchern ist es so ähnlich, meine Favoriten dabei sind aber "Die Wand" (Marlen Haushofer), "Die Nebel von Avalon" (Marion Zimmer Bradley) und wegen der einmaligen Wortmalerei "Die Muschelsucher" (Rosamunde Pilcher).

5. Welches ist dein größter – mit dem Schreiben verbundener  - Traum?
Nun ja, jeder Autor träumt sicher davon, irgendwann mal auf Nr. 1 der Bestsellerliste zu stehen. Aber mein eigentlicher "Traum" wäre was anderes, was mich als überzeugten Self-Publisher rettungslos begeistern würde (auch wenn es etwas boshaft klingt): Wenn mich einer der großen Publikumsverlage anbetteln würde, doch bei ihm unter Vertrag zu gehen und ich ihn dann hochkant abblitzen lassen könnte.

6. Bestimmst du die Titel deiner Bücher selbst oder holst du dir dabei Hilfestellungen, wie z.B. Ideen derer, die dir nahe stehen oder deiner Leser?
Häufig geistert mir bereits beim Schreiben ein Titel durch den Kopf. Doch ich mache meist noch eine Art Brainstorming mit einer befreundeten Autorenkollegin, wenns um die endgültige Titelsuche geht.

7. Wie lange schreibst du ungefähr an einem Buch und welches liegt dir besonders am Herzen?
Im Durchschnitt brauche ich für ein Buch zwischen 6 und 9 Monaten, eines war aber auch in knapp 3 Monaten fertig. Besonders am Herzen liegt mir der neue, bereits fertige Roman, den ich noch im Herbst veröffentlichen will. Der männliche Protagonist darin ist zwar eine frei erfundene Person, allerdings erinnert er mich charakterlich und typmäßig an jemanden aus meiner Vergangenheit, der mir trotz allem immer noch sehr viel bedeutet.

8. Entwirfst du deine Buchcover selbst oder übernimmt das jemand anders?
Auch bei den Covern bin ich der Typ "Lass mich, ich mach das selbst". Dank der mickrigen Auswahl an Covervorlagen bei BoD waren die bisherigen ziemlich dezent und unauffällig. Daher habe ich mir jetzt ein tolles Grafikprogramm besorgt, beherrsche es mittlerweile und die Neuauflage meiner Romane ist in Arbeit. Die Coverentwürfe dafür stehen im Prinzip schon fest, ich frage aber trotzdem immer nochmal Freunde um ihre Meinung dazu.

9. Wenn du keine Autorin geworden wärst, womit würdet du dann jetzt deine Bücher verdienen bzw. reicht dir das Veröffentlichen deiner Bücher, um deinen Lebensunterhalt zu bestreiten?
Klar, schön wäre es schon, nur vom Schreiben leben zu können. Das ist jedoch leider (noch???) nicht der Fall. Im "normalen" Leben verdiene ich mir also meine Brötchen als Life Coach.

10. Hast du schon mal eine Lesung organisiert oder würdest du gerne mal eine für deine Leser veranstalten?
Eine Lesung hatte ich zwar schon mal organisiert, allerdings nicht für meine Liebesromane. Ich bin dafür aber jederzeit aufgeschlossen, wenn ausreichend Interesse an einer Lesung besteht, mache ich sowas sehr gerne.

11. Wenn du nicht gerade schreibst, womit verbringst du deine Nachmittage? Hast du ein Hobby, welches dir neben dem Schreiben sehr am Herzen liegt?
Neben meiner eigentlichen Arbeit schreibe ich zwar fast jede freie Minute, es ist wie eine Sucht. Von beiden Tätigkeiten mal abgesehen, liegt mir eines absolut am Herzen und das ist mein Hund. sofern es also nicht in Strömen regnet (er hasst Wasser!), unternehmen wir lange Spaziergänge oder gehen Powerwalken. Ohne Hund sind meine liebsten Freizeitbeschäftigungen Sport und Kochen, beides gerne auch stundenlang.

12. Wenn du dir Chance hättest, einer deiner Charaktere aus deinen Büchern zu sein.. wen würdest du wählen?
Da gibt's nur eine Wahl: Bastian aus "Männer... Denken ist Glückssache". Einen Zwilling zu haben, fände ich spannend und witzig.

13. Kann deiner Meinung nach jeder ein Buch schreiben oder braucht es dafür bestimmte Voraussetzungen?
Bücher schreiben und veröffentlichen liegt seit einer Weile ja ziemlich im Trend. Man könnte den Eindruck gewinnen, jeder kann tatsächlich ein Buch schreiben. Ich bin da allerdings etwas anderer Meinung. Die Tatsache alleine, ein paar hundert Seiten mit Worten zu füllen und das dann zu veröffentlichen, heißt nicht unbedingt, dass jemand auch schreiben kann. Ich habe mal einen Ausspruch von Sol Stein gelesen (US-amer. Schriftsteller, Lektor, Verleger und Publizist), der mir im Grunde aus dem Herzen spricht. Er verglich die Arbeit eines Romanautors mit der eines Orchesterdirigenten, der mit dem Rücken zum Publikum steht und für die Menschen, die er nicht sieht, ein Musikerlebnis heraufbeschwört. So ähnlich wäre es auch bei einem Romanautor, dessen wichtigste Aufgabe es wäre - so Sol Stein - dem Leser ein Gefühlserlebnis zu vermitteln. Und das, so meine persönliche Meinung, kann nicht jeder. Techniken kann man erlernen, Fantasie kann man trainieren, Empathie kann man aber nicht erlernen. Und die ist, finde ich, äußerst wichtig, um sich in seine erschaffenen Personen hineinzuversetzen. Egal, aus welcher Perspektive heraus ich schreibe, als Autor muss ich in der Lage sein, in jede meiner Figuren hineinzuschlüpfen und denken, sehen, fühlen wie sie. Nur so werden die Figuren lebendig und es ergibt sich eine Handlung mit Spannungsbogen und nur so kann auch der Leser mitfühlen. Die schönsten Worte helfen leider nicht viel, wenn der Leser dabei keine Empfindungen und Gefühle entwickelt.

14. Wie würdest du reagieren, wenn plötzlich eine deiner Buchfiguren an deiner Haustür klingeln würde?
Das wäre absolut bombastisch! Ich würde ihr oder ihm um den Hals fallen und sofort Kaffee machen. Wir hätten nämlich sicher Unmengen zu quatschen. Jede einzelne meiner Romanfiguren hat ein Plätzchen in meinem Herzen - sogar die etwas unsympathischeren.

15. Wenn jetzt z.B. Mann auf Knopfdruck verfilmt werden würde, welche Schauspieler würden für dich am besten in die Hauptrollen passen?
Da gäbe es für mich nur zwei: Rachel Bilson als Julia und Jake Gillenhaal als Ricco. Rachel und Jake sind wie Chamäleons, können in jede Rolle schlüpfen und wären einfach nur perfekt.

16. Wie holst du dich am besten wieder aus einem Kreatief und was rätst du anderen, die sich gerade darin befinden?
Wenn mal so gar nichts gehen mag, trickse ich mich selbst aus und erteile mir ein 4wöchiges Schreibverbot, für mich der blanke Horror. Ich bin dann nämlich viel zu sehr damit beschäftigt, mir jedes Mal selbst auf die Finger zu klopfen und mir Papier und Stift aus selbigen zu reißen, dass ich gar keine Zeit habe, mich um die Schreibblockade o. ä. zu kümmern. Und siehe da, von ganz alleine ist nach höchstens ein paar Tagen Schluss damit und die Inspiration fließt wieder. Mein Tipp daher: einfach das ganze Projekt zur Seite packen und sich auf etwas ganz anderes konzentrieren. Nicht mal an das Skript denken. Einfach davon ablenken, sei es auch nur z. B. dadurch, das Wohnzimmer neu zu streichen. Je mehr ich mich um das KreaTIEF kümmere, umso länger bleibt es erhalten. Aufmerksamkeit davon abziehen und aus dem KreaTIEF wird wieder KreaTIV.

17. Als Selbstleser, falls du zu diesen gehörst.. hast du schon mal ein Buch abgebrochen oder gibst du jedem Buch eine Chance?
Früher haben Bücher bei mir häufiger noch eine Chance bekommen als heute. Wenn ich nach 1-2 Kapiteln so gar nichts damit anfangen kann, kriegt es bereits die rote Karte. Ich lese dann vielleicht noch weiter, aber aus einem ganz anderen Blickwinkel. Auf die Handlung achte ich dann nicht mehr, sondern nur noch auf Stil, Formulierung, Ausdrucksweise und Technik des jeweiligen Autors, quasi als... räusper... negatives Beispiel. So ging es mir vor kurzem erst wieder bei einem Krimi mit knapp 300 Seiten, den ich geschenkt bekam. Ich mag zwar Krimis nicht, aber der Klappentext wirkte durchaus interessant, also wollte ich ihn lesen. Nach ein paar Seiten war Schluss, den Rest habe ich nur durchgeblättert und quergelesen. Farblose, klischeehafte Figuren und gähnend langweiliger Schreibstil (und das bei einem Krimi!!) war schon Grund genug für die rote Karte. Als ich beim Querlesen auch noch über ziemlich plump eingebaute Eigenwerbung für ein anderes Werk des Autors stolperte, wanderte das Ding sofort in die hinterste Ecke meines Bücherregals. Ich bin da echt rigoros geworden: Bei so etwas gibt es von mir null Chance für ein Buch.

18. Angesichts von Mann auf Knopfdruck... würdest du dir auch einen Mann „ausleihen“, um einen Abend mit ihm zu verbringen. Beispielsweise einfach einen auf der Strasse ansprechen oder auf einen Eskort – Service zurückgreifen?
Wenn ich - so wie meine Julia - in eine derart verzwickte Situation geraten würde, würde ich zuerst einmal meinen Bekannten- und Freundeskreis abklappern (ggf. auch in deren Bekannten- und Freundeskreis). Falls da nichts Passendes dabei wäre...Ich glaube, ich würde auf den Eskortservice zurückgreifen. Wildfremde Männer auf der Straße anquatschen... Ich bin zwar definitiv nicht auf den Mund gefallen und bekannt für meine freche Klappe, aber gegen Julia bin ich dann doch in der Hinsicht ein Waisenknabe.

19. Und zu guter Letzt..  Weil wir oben schon die Frage nach dem mit dem Schreiben verbundenen großen Traum hatten, welches ist dein größter – nicht mit dem Schreiben verbundener  - Traum?
Mein größter Traum sind eigentlich drei: einmal Heißluftballon fahren, den Segelflugschein machen und vier Wochen Urlaub auf Hawaii.

Vielen Dank liebe Sabine, dass du dir Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Ich wünsche dir alles Gute und werde mich selbstverständlich auch in Zukunft mit deinen Büchern beschäftigen.

Lieben Dank für dein Interesse und nicht vergessen: Bei meinen Belletristikbücher wird aus Sabine Maier in Kürze Sara Lea Fuentes ;)



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