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[Rezension] Die Nacht gehört dem Drachen

Titel: Die Nacht gehört dem Drachen
Autor: Alexia Casale
  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Carlsen (25. Oktober 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3551583102
  • ISBN-13: 978-3551583109
Inhalt: "Endlich hat Evie ihren Adoptiveltern von ihrer gebrochenen Rippe erzählt und endlich ist sie die ständigen Schmerzen los. Nur eine Narbe ist geblieben und das Stück Knochen selbst, dass man herausoperiert hat. Zusammen mit ihrem Onkel Ben hat sie einen Drachen daraus geschnitzt, als Glücksbringer und Zeichen neuer Stärke. Nichts wünscht sie Evie sehnlicher, als dass der Drache lebendig wäre und ihr Wunsch scheint tatsächlich in Erfüllung zu gehen. Denn in den dunklen Nächten scheint der Drache mit ihr zu reden, ihr Mut zuzusprechen und Geduld einzufordern. Denn als Evie langsam zu Kräften kommt, wird deutlich, dass ihre Eltern eines nicht für sie erreichen können: Gerechtigkeit für das, was ihr angetan worden ist." Quelle: Evie

 Dieses Buch gab es als Prämie bei WasLiestDu?.. ich hatte dort aber kein Glück und habe es stattdessen vom Brandenburg Buch Magazin bekommen, welches es als Rezensionsexemplar angeboten hat. In diesem Sinne gilt mein Dank denen, die es mir haben zukommen lassen.

Evie ist 13 und hat es endlich geschafft, ihren Adoptiveltern von ihrer gebrochenen Rippe zu erzählen. Nach einer erfolgreichen Operation ist sie endlich ihre Schmerzen los und darf das rausgeschnittene Stück Rippe als Andenken mit nach Hause nehmen.
Mit Hilfe ihres Adoptivonkels Ben schnitzt sie sich einen Drachen daraus, als Glücksbringer und Zeichen ihrer neugewonnenen Stärke.
Jedesmal, wenn sie ihn betrachtet, wünscht sie sich nichts sehnlicher, als dass dieser Drache lebendig wird, als dass sie mit ihm reden kann und eines Nachts scheint sich ihr Wunsch wirklich zu erfüllen.
In den dunklen Nächten scheint der Drache mit ihr zu reden, verspricht ihr Mut und Durchhaltevermögen und das alles wieder gut wird.
Ihre Eltern jedoch wissen oftmals nicht weiter und merken schließlich, dass sie Evie und ihrer Vergangenheit nicht die Gerechtigkeit entgegen bringen können, die sie eigentlich verdient hätte.

Ich habe in den letzten Stunden wirklich darüber nachgedacht, was ich zu diesem Buch am besten schreiben, wie ich meine Gedanken am besten in Worte fassen kann, auch wenn nicht sonderlich viel dabei rausgekommen ist.

Evie hat mit ihren 14 Jahren schon viel erlebt und auch, wenn nie richtig zu lesen was, was genau ihr passiert ist, kann der Leser sich das auf eine Art und Weise schon denken.
Evies Mutter, welche sie eigenhändig zum Jugendamt gebracht hat, stirbt zudem noch an Krebs, auch wenn Evie das aufgrund der Vergangenheit fast schon egal ist und sie in den letzten 6 Jahren nicht einmal an ihrem Grab gewesen ist.
Als sich der Drache zum Leben erhebt und gemeinsam mit Evie die Nacht zum Tag macht, war ich allerdings ein wenig verwirrt. Ich wusste nie genau, was der Drache nun eigentlich beabsichtigt, was genau seine Ziele zu sein scheinen.
Klar, er will Evie zu mehr Geduld, Selbstbewusstsein und Durchhaltevermögen verhelfen, aber oftmals hat er so dermassen in Rätsel gesprochen, dass nicht nur Evie ein riesengroßes Fragezeichen über dem Kopf hatte.

Evies Adoptiveltern sind genau so, wie sie sich Eltern immer gewünscht hat. Liebevoll, verständnisvoll und immer für sie da. Obwohl sie schon einen Sohn gehabt haben - welcher durch einen Unfall gestorben ist - behandeln sie Evie so, als wäre es ihr eigenes Kind, ihre leibliche Tochter.

Der Schreibstil hat mit seiner Leichtigkeit fast schon wieder die ganze Thematik verschönert, was einerseits zwar angesichtsdessen, dass es sich um ein Jugendbuch handelt, gar nicht so verkehrt war, aber ich persönlich hätte mir ein wenig mehr Tiefgang gewünscht, ein wenig mehr darüber erfahren, was es mit Evies Großeltern auf sich hat, was damals wirklich mit ihr und ihrer Mutter passiert ist.
Der Leser kann es sich auf der einen Seite - wie schon erwähnt - bereits denken, aber ein wenig mehr hätte ich mir schon darüber gewünscht.

Alexia Casale ist ein Roman gelungen, der in dem Alter entsprechend wirkt, der mich allerdings nicht richtig begeistern oder vom Hocker reissen könnte. Es war beileibe nicht schlecht, aber überzeugen konnte es mich nicht hunderprozentig, auch wenn ich Evies als starkes, junges Mädchen erlebt habe, welches - mit oder ohne Drachen - ihren eigenen Weg zu gehen versucht.
Wer ihn lesen möchte, wer Evies Geschichte und ihren Kampf um die Gerechtigkeit miterleben möchte, kann und sollte zu diesem Buch greifen, ich persönlich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich nochmals zu diesem Buch greifen würde.




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