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[Rezension] Der Schatten von Thot

Titel: Der Schatten von Thot
Autor: Michael Peinkofer
Bastei Lübbe
Taschenbuch, 450 Seiten
Ersterscheinung: 13.03.2007
ISBN: 978-3-404-15648-1

Inhalt: "London im ausgehenden 19. Jahrhundert: In einem der verruchtesten Viertel der Stadt wird eine Prostituierte grausam ermordet. Die königliche Familie bittet die junge Adlige Sarah Kincaid um Hilfe: Ein Neffe der Königin steht unter Verdacht, hinter der Mordserie im Stadtteil White Chapel zu stecken. Sarah willigt nur widerstrebend ein. Wie sich herausstellt, sind die Privaträume des Mannes angefüllt mit ägyptischen Relikten, und es zeigt sich, dass er der Vorsitzende einer Gesellschaft von Gentlemen ist, die sich der Erforschung altägyptischer Geheimnisse gewidmet haben. Der königliche Neffe scheint unter Wahnvorstellungen zu leiden und spricht fortwährend von einer ägyptischen Gottheit, die zurückkehren wird - aber ist er ein kaltblütiger Mörder? Die Spur führt Sarah bis nach Ägypten, wo ein uraltes Geheimnis auf sie wartet ..." Quelle: Der Schatten von Thot


Wer mich kennt, sollte inzwischen wissen, dass ich die Bücher von Michael Peinkofer unglaublich gerne lese, dass ich seinen Schreibstil wirklich mag und dass ich irgendwann einmal alle seine Bücher in meinem Regal stehen haben möchte. Ein paar sind dort schon vorhanden, aber es gibt ja noch ein paar mehr, welche auch unbedingt dort stehen sollen und müssen.
Dieses Buch habe ich bei der letzten Rebuy - Bestellung mit im Warenkorb gehabt und ich konnte es kaum erwarten, ein weiteres Werk von Michael Peinkofer unter die Augen zu bekommen.

In London werden mehrere Frauen auf brutalste Art und Weise ermordet. Die königliche Familie bittet Sarah Kincaid um Hilfe. Eine junge Adlige, welche die Umstände aufklären soll, gerade weil sich der Neffe der Königin im Fadenkreuz der Ermittler befindet.
Bei ihren Ermittlungen findet sie heraus, dass die privaten Räumlichzeiten des Herzogs mit ägyptischen Artefakten vollgestellt sind, zumal er der Vorsitzende einer ägyptischen Gemeinschaft ist.
Sarah scheint es, als würde der Herzog unter Wahnvorstellungen leiden und sie kann sich nicht wirklich vorstellen, welche Gottheit er meint, die Tod und Verderben über die Welt bringen soll.
Nachdem ihr Onkel Mortimer Laydon - welcher síe zuvor darum gebeten hat, sich um diese Ermittlungen zu kümmern - vor ihren Augen entführt wird, bleibt Sarah keine Wahl mehr: Sie muss sich der Vergangenheit stellen und zusammen mit einigen Freunden und auch Feinden begibt sie sich auf eine Reise, welche nicht nur ihr eigenes Leben völlig verändern wird.

Der Schreibstil des Autors hat mir auch hier wieder gefallen und das liegt nicht daran, dass ich jedes seiner Bücher mag. Ich hatte zwar anfangs einige Probleme in das Buch zu finden, aber das lag gewiss nicht am Schreibstil.
Die junge Sarah Kincaid lebt auf ihrem eigenen kleinen Gut, welches sie nach dem Tod ihres Vaters übernommen hat. Noch immer vermisst sie ihn sehr, noch immer vergräbt sie sich auf ihrem Anwesen. Das ändert sich jedoch schlagartiger, als ihr Onkel Sir Mortimer Laydon bei ihr auftaucht und sie darum bittet, ihn nach London zu begleiten, um die dort verübten Morde aufzuklären.
Scotland Yard ist jedoch alles andere als begeistert, immerhin ist Sarah Kincaid eine Frau und zur damaligen Zeit nicht dazu befugt, sich solchen Ermittlungen überhaupt anzuschließen.
Alles, was Sarah in der Zeit tut, wird von Scotland Yard saborttiert, bis zu dem Moment, an dem einer ihrer eigenen Leute den Tod findet und zudem Mortimer Laydon entführt wird. Jetzt erkennt auch Scotland Yard, dass sie es mit einem mächtigen Gegner zu tun haben und sie auf die Fähigkeiten Sarahs vertrauen müssen.

Sarah hat mir wirklich gut gefallen. Obwohl sie oftmals von Zweifelnheimgesucht wird, von Alpträumen an ihre Vergangenheit, lässt sie sich nicht unterkriegen und hält an ihren Entscheidungen fest. Sie übernimmt die Leitung einer Reise nach Ägypten, einer Reise ins Ungewisse, bei welcher sie sich nicht nur einmal die Frage stellt, ob es all das Wert ist, ob es das Leben ihrer Freunde und Reisebegleiter wert ist.

Ein bisschen.. ich will nicht sagen gestört.. aber ein bisschen unpassend fand ich die Liebesgeschichte zwischen Kamal, ihrem ägyptischen Führer und Sarah. Seine Beweggründe konnte ich anfangs nicht mal wirklich nachvollziehen und hatte ebenso wie Sarah manchmal das Gefühl, dass ausgerechnet Kamal der Verräter ist, von dem oftmals die Rede ist.
Genau diesen Punkt löst der Autor allerdings wirklich erst ganz am Ende auf und ich muss ehrlich gestehen, dass er mich damit vollends aufs Glatteis geführt hat, denn ich hätte niemals damit gerechnet, dass ausgerechnet diese Person als Verräter enttarnt wird, dass seine wahren Beweggründe entlarvt werden.

Michael Peinkofer konnte mich mit diesem historischen Roman, welcher ein wenig an Jack, the Ripper und Die Mumie angelegt ist, überzeugen. Oftmals konnte er mich überraschen, konnte mich mit Sarahs Art und ihrem Sarkasmus zum Schmunzeln bringen.
Die Thrillerelemente kamen auch nicht zu kurz und haben das Buch meiner Meinung nach noch abgerundet, sodass ich es auf jeden Fall jedem empfehlen würde, der sich in einem historischen Roman verlieren will, welcher allerdings auch mit Thrillerelementen, einer Liebesgeschichte und vielleicht sogar ein bisschen Fantasyelementen gespickt ist.


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