Ein weiterer Tag, eine weitere Geschichte. Diesmal mit einem Text, bei dem ich mich entschlossen habe, ihn nebenbei noch weiter auszuführen.
Oder kurz gesagt: Das Plotbunny dazu ist mir schon wieder mit voller Wucht mitten ins Gesicht gesprungen. *lach*
Der Verrat
Niemals hätte Chiara gedacht, dass es
möglich wäre, diese Art von Schmerz zu empfinden. Nie hatte sie
sich Gedanken darüber gemacht, wie es sein würde, wenn sich
Benjamin von ihr trennen würde.
Und jetzt? Jetzt stand sie in ihrem WG
- Zimmer und zitterte am ganzen Leib.
Vor ein paar Minuten war die Tür
hinter Benjamin zugefallen und sie war allein. Seine Worte hallten in
ihren Ohren nach, immer und immer wieder.
"Ich habe mich in eine andere Frau
verliebt. In Josie." Ausgerechnet Josie, ihre beste
Freundin. Ihre Mitbewohnerin. In die Person, die schon ihr Leben lang
an ihrer Seite ist und mit der sie sich auch dieses Zimmer an der
Universität teilte. Wie in Trance lief sie zum Schrank und
packte ein paar ihrer Sachen in den Koffer, der auf dem Schrank lag.
Sie musste hier weg.
Sie konnte nicht
hier bleiben, wo sie alles an den Verrat erinnerte, den ausgerechnet
die beiden wichtigsten Menschen begangen hatten.
In dem Moment, in dem sie ihren Koffer
schloss, öffnete sich die Tür und Josie trat ins Zimmer.
"Du packst? Warum?" Die Frage brachte Chiara kurz aus der
Fassung.
"Das fragst du noch?" Sie nickte und tratt einen Schritt
weiter ins Zimmer.
Chiara griff nach ihrem Koffer und der
Handtasche, in der sich alles wichtige befand, bevor sie auf die Tür
zulief.
"Frag doch deinen neuen Freund",
gab sie nur knapp zurück und vernahm mit ein wenig Genugtuung, dass
ihre Freundin die Gesichtszüge entgleisten.
"Chiara, lass es
mich dich erklären", begann Josie und Chiara schüttelte den
Kopf.
"Da gibt es nichts zu erklären. Ben war eindeutig",
antwortete sie und verließ das Zimmer. Der Schmerz in ihrem
Brustkorb nahm erneut zu, umso mehr sie sich entfernte.
Und umso mehr
ihr bewusst wurde, dass ihr Leben in Zukunft einen völlig
anderen Weg gehen würde, als sie es geplant hatte.
Zumindest dann, wenn auch ihr Herz das eingesehen
hatte.
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